Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.
Was verbirgt sich unter einer Stadt? In „Fehlende Gespenster“ folgen wir einer raffinierten Erzählerin in das sagenumwobene Wiener Tunnelsystem. Nach der Eröffnung des Zentralfriedhofs 1874 wurde es zur Überführung der Leichen mittels einer pneumatischen „Rohrpost“ entwickelt, der letzte „Passagier“ war angeblich Niki Lauda. Und das ist nur eine der absurden Geschichten, die Merian, eine rätselhafte junge Frau, bei ihren Führungen durch die stillgelegten Tunnel erzählt. Doch wem sollten wir auf einer Reise durch die Unterwelt vertrauen? Mit verdächtiger Erzählfreude und finsteren Absichten nimmt Merian ihre abenteuerlustigen, aber vielleicht ein wenig vorlauten Besucher mit in ein Labyrinth, aus dem nicht alle heil wieder herausfinden werden …
Wie Gemeinschaften funktionieren und wieso sie zerfallen
Wir sind vernetzter als je zuvor – und zugleich gespaltener.
Der Komplexitätsforscher Stefan Thurner zeigt, warum das kein Widerspruch ist. Mit den Werkzeugen der Netzwerkforschung erklärt er, wie aus Millionen alltäglicher Beziehungen Gesellschaft entsteht, warum soziale Netzwerke in Bubbles zerfallen und weshalb Polarisierung Demokratien an ihre Grenzen bringt.
Ein überraschender Blick auf die verborgenen Gesetzmäßigkeiten unseres Zusammenlebens – und auf die Frage, wie wir wieder zueinanderfinden können.
Reden wir über Hunde, Katzen, Vögel, Fische und das liebe Vieh
Ohne Tiere wären wir nicht die Menschen, die wir sind.
Seit Jahrtausenden leben Menschen mit anderen Tieren. Sie waren und sind Gefährten, Nahrung, Arbeitskräfte, Projektionsflächen, Seelentröster und unsere Verbindung zur Natur. Doch während wir Hunde und Katzen heute oft als Familienmitglieder betrachten, behandeln wir Nutz- und Wildtiere weiterhin nach Maßstäben, die vor allem unseren eigenen Interessen folgen. Der renommierte Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal zeigt, wie tief unsere Beziehungen zu Tieren in unserer evolutionären und kulturellen Geschichte verwurzelt sind und warum wir sie für ein gutes Leben brauchen. Denn die Gemeinschaft mit Tieren kann uns widerstandsfähiger machen, unsere körperliche und psychische Gesundheit fördern sowie unsere sozialen Fähigkeiten verbessern.
Wie ernähren wir die Welt, ohne Böden, Klima und Artenvielfalt weiter zu zerstören?
Urs Niggli, einer der profiliertesten Vordenker des Biolandbaus, fordert einen Ausweg aus alten Grabenkämpfen: weg von der Frage Bio oder konventionell, hin zu dem, was tatsächlich wirkt. Seine Antwort ist eine Agrarökologie, die ökologische Prinzipien, bäuerliches Wissen und technologische Innovation verbindet. Ein streitbares Plädoyer für die Landwirtschaft von morgen.
Katzenliebhaber*innen wissen nur zu gut, welche finsteren Pläne sich hinter dem harmlosen Schnurren ihres Kuschelkätzchens verbergen können – und dass sich vor den schlauen Fellnasen nichts verbergen lässt. Ob als clevere Schnüffler oder als rabenschwarze Übeltäter, als samtpfötige Jägerinnen oder als schlaue Detektivinnen – wo gemordet wird, sind Katzen nicht weit.