Fritz Jergitsch - Heulen hilft uns auch nicht weiter
"Jergitsch seziert in seinem Buch den Aufstieg des Rechtspopulismus im Duett mit Sozialen Medien und liefert Rezepte für seine Entzauberung."
Oliver Mark, DER STANDARD
Ein Physikerleben zwischen Wissenschaft und Gewissen
Der Österreicher Victor Weisskopf (1908–2002) war ein großer Physiker. Er studierte bei Wolfgang Pauli, Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger in Leipzig und Berlin. Vor dem „Anschluss“ musste er aufgrund seiner jüdischen Herkunft das Land verlassen. In den USA wurde er Mitglied des Manhattan-Projekts und war an der Entwicklung der Atombombe beteiligt. Als ihm die Konsequenzen seiner Arbeit im vollen Ausmaß bewusst wurden, war es zu spät. Weisskopf wurde daraufhin zum vehementen Gegner von Atomwaffen. Eine späte Erkenntnis im moralischen Dilemma der Atomphysik oder eine logische Schlussfolgerung des Mannes, der später Professor am MIT und Direktor am CERN wurde? Der Autor erzählt die Lebensgeschichte des Physikers und leidenschaftlichen Klavierspielers auf spannende und fundierte Weise.
Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großen
Opfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen Freund*innen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe …
Das 20-jährige Jubiläum des museum gugging ist Anlass für eine der umfassendsten Präsentationen der Gugginger Kunst. Die begleitende Publikation widmet sich der Geschichte sowie aktuellen Themen rund um die Kunst aus Gugging: NS-Medizinverbrechen in Gugging, „Pareidolien“-Ausstellung von 1970, Korrespondenz zwischen Navratil und Dubuffet, „Haus der Künstler“ und atelier gugging, Frauen in der Gugginger Kunst sowie die Literatur aus Gugging (mit Edmund Mach und Ernst Herbeck) und das Inklusive Museum. Die Gugginger Künstler*innen und ihre Werke sind Fixsterne der Art Brut sowie der zeitgenössischen österreichischen Kunst mit internationaler Strahlkraft.
Von Tokyo bis Wien, von Chicago bis Fidschi, von Utah bis nach Kairo spannt Peter Rosei die Fäden seines neuen Romans. Präzise, raffiniert und mit einem klaren Blick für menschliche und wirtschaftliche Abgründe erzählt Peter Rosei vom Aufstieg und Fall des Robert Perwald. Zunächst scheint der brillante Ökonom auf der Überholspur, doch als er wegen seiner japanischen
Frau Yoko nach Tokyo übersiedelt, bekommt der Glanz erste Risse. Perwald lässt sich treiben, sucht die Nähe anderer gescheiterter Existenzen und kehrt schließlich nach Wien zurück, wo er erneut in Abhängigkeit von seiner Mutter gerät. Scharfsinnig und unerbittlich zeichnet Rosei Lebensgeschichten und ihre unberechenbare Entwicklung nach. Robert Perwald wird zuletzt zum Mörder.
Bei Erscheinen 1974 wurde Peter Roseis ungewöhnliche Reisebeschreibung als einzigartiges „Mausoleum für eine Menschheit am Ende ihrer Geschichte“ (DIE ZEIT) gefeiert. Eine Art Kaspar Hauser macht sich auf den Weg in eine Welt ohne Menschen, die er zu erforschen versucht. Ist diese Welt nur in seinem Kopf oder ist sie da draußen? Peter Rosei skizziert die Topografie
einer menschenleeren Gegend, einer Weltlandschaft, überdeutlich in jeder Einzelheit, wie in einer Halluzination. Wir werden mitgenommen von diesem einsamen Wanderer, von seinem Blick: durch ein ebenes Land, durchs Gebirge, durch Schnee und Eis und bis zum Horizont. Eine kühne Reise an die Grenzen der Wahrnehmung wird endlich wieder zugänglich gemacht – eine Wiederentdeckung von beklemmender Aktualität.
„Du hast deinen Ehemann getötet“ – so beginnt Marina Vujčićs Roman, eine Selbstvergewisserung, ein Geständnis. Lada Lončar sitzt im Frauengefängnis und ihr wird klar: Das „sichere Haus“ findet sie hier, unter Verbrecherinnen und Mörderinnen, und nicht in der bürgerlichen Ehe, die sich als Horrorkabinett entpuppt hat. Lada lässt ihr Leben Revue passieren: Als junge Frau dachte sie, in der Ehe mit einem Universitätsprofessor ihr Glück zu finden. Doch daheim verwandelte sich dieser bald schon vom brillanten Unterhalter in ein besitzergreifendes, weinerliches, zunehmend aggressives Monster. Was sich hinter der perfekten Fassade abspielt, will keiner sehen, bis ein Streit so eskaliert, dass Lada zusticht. Nun ist sie Opfer und Täterin zugleich …