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Titel

Paul Flieder - Der Barbier von Bagdad

Leben, Sterben, Glauben im Irak

Informationen über die aktuelle Sicherheitslage im Irak beruhen auf Berichten aus der Grünen Zone Bagdads, die aus Angst vor Selbstmordattentätern mit Mauern, Militär und Polizei vom wirklichen Leben abgeschirmt ist. Paul Flieder ließ die Grüne Zone links liegen und bereiste auf eigene Faust mit der Filmkamera den Irak. Sein neugieriger Blick gilt dem Alltagsleben der Menschen, deren ständige Angst vor Terror und Militärschikanen zu einer völligen Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten geführt hat. Er berichtet über ein Land, dessen Bevölkerung traumatisiert ist und ohne Hoffnung in die Zukunft blickt. Und dennoch den Glauben an Gott nicht verliert, den Alltag mit Mut und Humor meistert. Er verlässt sich nicht auf die offiziellen Statements von Politikern und Regierungsbeamten, sondern spricht mit Witwen und Waisen, Entführungs- und Bombenopfern, Geschäfts- und Theaterleuten, Imamen und Polizisten, die er auf Reportagereisen – oder in einem Bagdader Friseurladen kennenlernt. Ohne Eskorte unterwegs in Mossul, Erbil, Kirkuk und Bagdad gerät er mitunter in missliche Situationen, aus denen ihn nur beherztes Handeln im richtigen Moment rettet. Seine Erlebnisse zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, wie die Sicherheitslage im Irak im Moment des Abzugs der US-Truppen wirklich ist. Ein Bericht über die menschliche Tragödie im Irak, voller Unmittelbarkeit.

Erhältlich als

  • Klappenbroschur
    mit zahlreichen Abbildungen
    208 Seiten
    Format:140 x 220
    ISBN: 9783701731480
    Erscheinungsdatum: 15.09.2009
    19,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Paul Flieder

geboren 1953 in Wien, arbeitete als Opernregisseur und Drehbuchautor u.a. in Berlin, Hamburg, Novi Sad und Wien. In Athen inszenierte er mit »Der fliegende Holländer« die erste griechische Wagner-Aufführung, in Ulan Bator mit »Don Giovanni« die erste Mozart-Aufführung. 1997 wurde er als Konsulent des österreichischen Kulturministeriums in Tirana vom Bürgerkrieg überrascht und berichtete live für den ORF. Seither dreht er auch Reportagen für den ORF und »Spiegel«-TV auf dem Balkan, in der Mongolei, im Nahen und Mittleren Osten. In den Irak führten ihn mehrere Reisen zwischen 2001 und 2009, wo u.a. eine Reportage über die Situation der im Irak verfolgten Christen entstand. Im Juli 2010 verstarb Paul Flieder völlig unerwartet. .

Pressestimmen

»Mit dem offiziellen Ende des Irak-Krieges begann für die Menschen der richtige Krieg: tägliche Morde, Entführungen, Bomben, Verelendung. Paul Flieder kümmert sich nicht um die große Politik – er zeigt die Menschen in ihrem täglichen Kampf um das physische und materielle Überleben.«
HUGO PORTISCH

Ein exzellentes Sachbuch über die Hölle des Lebens im befriedeten Irak NEWS, Heinz Sichrovsky

Flieder erklärt (...) das politische, kulturelle und religiöse Umfeld der Menschen. Das allerdings macht er ausführlich und kenntnisreich. Das Buch (...) weit mehr als nur eine Klagemauer für Opfer missratener amerikanische und irakischer Politik.
SWR, Jörg Armbruster

Protokolle des alltäglichen Wahnsinns aus einem Land, das der Krieg in die Hölle gekippt hat. Wo die CNN-Berichterstattung stoppt, steigt der Augenzeuge Paul Flieder in die Albtraum-Welt der kleinen Leute hinab.
KRONEN ZEITUNG, Kurt Seinitz

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