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Titel

FALKNER - Du blutest, du blutest

Ivan, ein Kind, ein unschuldiger Anarchist wie alle Kinder, nimmt an der Welt Maß, an einer Welt, die moralisch in Trümmern liegt. Er wird zum Anführer einer Revolte von Kindern, die die Stadt mit Gewalt überziehen, in die Apokalypse stürzen. Auf den Spielplätzen, in den Hinterhöfen offenbart sich die Hölle eines Krieges, in dem es keine Gefangenen gibt, eine Hölle, die eine ganze Stadt verschlingt. Unerhörtes passiert. Am Ende sind aber auch die Kinder müde, des Tötens und des Lebens. Falkner baut aus Alltäglichem, aus Splittern unserer Lebenswirklichkeit ein Szenario, das sich nach und nach zu dem monströsen Fiebertraum entwickelt, der unsere Welt vielleicht schon ist. Ihre Sprache hart und poetisch, ihre Haltung schonungslos und radikal.

Erhältlich als

  • Hardcover
    120 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701715688
    Erscheinungsdatum: 22.02.2011
    19,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
FALKNER

1970 geboren in Kollerschlag, Oberöstereich, promovierte in politischer Psychologie (zum Thema verbale Konstrukte). Seit 2005 Literatur- und Kunstprojekte: Bücher und Manifeste; Performance, Installation, Interventonistische Kunst. Zuletzt erschienen: "A Fucking Masterpiece" (2005), "Falkner II" (2006), "Kaltschweißattacken" (2009) und "Du blutest, du blutest" (2011).

Pressestimmen

In „Du blutest, du blutest“ weitet Falkner ihre literarischen Experimente eindrucksvoll auf die zehn Kreise der Kriegshölle aus. (...) in jagendem Rhythmus, die Kluft zwischen dem Unsagbaren und dem Unsäglichen der heiklen Erzählmaterie Krieg zu überbrücken. (...) Ein poetisches Schauerszenario.
PROFIL, Wolfgang Paterno

Ivans Geschichte ist eigentlich nicht zu ertragen, wäre da nicht Falkners Sprache: Bei aller Sachlichkeit formuliert sie ihre Sätze in kalter Schönheit und verleiht ihnen eine große poetische Eindringlichkeit. Durch den eingängigen Rhythmus und Zahlen- wie Namenslisten wird aus einem Schreckensbericht eine Beschwörungsformel: ein beeindruckender Appell an die Menschlichkeit.
DIE PRESSE, Alexandra Millner

Der Schlaf der Vernunft gebiert nicht nur Ungeheuer, sondern demoliert auch die Ordnung der Sprache. Wenn die Anarchie einmal da ist, dann ist sie überall. Diese Verfahrensweise beherrscht FALKNER ziemlich überzeugend.
O.Ö. NACHRICHTEN, Christian Schacherreiter

Dieser Duktus, der den Leser dem Text nicht gespannt folgen lässt, sondern ihn im geglückten Fall in seinen Bann schlägt, erhält vor allem dann seine Dichte, wenn man ihn im Tonfall einer Ansprache, einer Verkündung liest. Falkners Prosa ist (vergleichbar ihren Performances) eine stark somatische, in ihrer Konzeption wie ihrer Wirkung.
LITERATURHAUS.AT, Bernhard Oberreither

Falkner ist furchtlos. Falkner ist radikal. (...) Absolute Hingabe durchzieht das Werk Falkners. (...) Dass Schreiben für die Autorin und Performancekünstlerin Michaela Falkner ein todernstes und hochpolitisches Unterfangen ist, verrät jede Zeile dieses erschütternden Textes. Doch hinter Grausamkeiten und verstörenden Bildern verbirgt sich in Falkners lyrischer Prosa auch tiefe Sehnsucht und herzzerreißende Fragilität. \"Dein Herz schafft es nicht! Nimm meins!\" schreibt sie im Manifest zu \"Du blutest, du blutest\". Dafür, dass sich diese Schriftstellerin in Abgründe vorwagt, verlangt sie vom Leser nur eines: Hingabe.
ORF A.VISO, Maria Graff

Provokant und radikal anarchisch ist Michaela Falkners neuer Roman „Du blutest, du blutest“. Provokant deshalb, weil Falkner den sensualen Aspekt von Gewalt ins Zentrum des Romans rückt, radikal anarchisch, weil sie sich gegen alles stellt, was üblicherweise als anziehend, als schön empfunden wird. (...) Falkner, die sich auch wissenschaftlich mit der Macht verbaler Konstrukte beschäftigt hat, entwickelt ihre Texte im Rahmen von Installationen, Literatur‐ und Kunstprojekten, Performances, Manifesten und Interventionen. Dabei nennt sich die Autorin selbst schlicht ohne Vornamen
einfach nur FALKNER und das in Versalien. FALKNER, das klingt wie ein Imperativ, ein Postulat, das die Künstlerin seit dem Jahr 2005 in ihren Manifesten festhält und fortschreibt. Falkner nimmt darin immer wieder Stellung zu aktuellen politischen Ereignissen, wobei es ihr nicht um
ideologische Begründungsfelder, sondern um den Aspekt der Sinnlichkeit von Sprache und Form geht.
ORF Ö1 EX LIBRIS, Julia Danielczyk

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Sie ist wegen Ivan gekommen, für ihn ist sie hier. Ivan ist ihre Heimat, der Ort ihrer Wünsche und Sehnsüchte, der großen Idee von Liebe. Doch als sie schwanger wird, zuerst ein Kind, dann drei, ist Ivan der, der diese Idee verraten hat. Ihre Liebe wird zu einer Obsession, geht unter in Exzessen der Gewalt. Denn der Verrat verlangt nach Rache, und die Rache ist so leidenschaftlich wie die Liebe, so brutal wie das Begehren. \"Ich bin die Mutter. Ich habe sie geboren ich kann mit ihnen machen was ich will.\" Falkner erzählt vom Tod einer Liebe und sie tut das mit der Theatralik einer griechischen Tragödie. Und sie macht gleichzeitig den Schrecken eines Familiendramas erkennbar, in seiner ganzen Ungeheuerlichkeit, in seiner ganzen Alltäglichkeit. Diese Autorin hat den unbedingten Mut zur großen Pose, zum eisigen Pathos der Zerbrechlichkeit und der Grausamkeit.

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