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Titel

Albert Holler - Entfernte Heimkehr

Die Geschichte von Karl H. beginnt zwischen den Kriegen, an Grenzen, die nicht eindeutig zu ziehen sind, zwischen Mitteleuropa und dem Balkan. Er liebt die Zahlen, das Bedürfnis nach Klarheit und Ordnung wird ihn sein Leben lang begleiten. Es führt ihn in ein fernes Alpental, wo er im Namen des Fortschritts am Bau eines gigantischen Kraftwerks mitwirken will. Doch eines Tages ist er plötzlich Soldat der Wehrmacht und findet sich als Dolmetscher bei Partisanenverhören wieder, zuerst in Sarajewo, dann in Triest. Dort sitzt er eines Tages plötzlich Tomo Brejc gegenüber, einem Mann, den er seit Kindertagen kennt. Beide haben sie ihre Heimat verloren und stehen auf unterschiedlichen Seiten. Was hat Karl H. falsch gemacht? Was kann er jetzt noch richtig machen? Karl H. war weder Deutscher noch Österreicher, auch kein Jugoslawe. Und doch war er in seinem Leben alles das, wie es der Zufall der Geschichte eben wollte. Karl H. war ein Mann, der durch das 20. Jahrhundert stolperte. Am Ende war er jedenfalls ein Überlebender, einer, der heimkehrte, aber eben nur in die Fremde. Albert Holler spürt mit ungeheurer Intensität dem Leben eines Menschen nach, der ihm vertraut war wie kaum jemand sonst und für ihn dennoch immer ein Fremder geblieben ist. Ein Vater, ein Rätsel für seinen Sohn. Dieser Roman ist ein Versuch zu verstehen, einem Menschen so nahe zu kommen, wie es nur große Literatur kann.

Erhältlich als

  • Hardcover
    220 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701715640
    Erscheinungsdatum: 22.02.2011
    21,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Albert Holler

geboren 1955 in Salzburg als Sohn einer italienisch sprechenden Triestinerin und eines deutsch sprechenden Jugoslawen. Er lebt seit 1966 in Graz, wo er als Facharzt für innere Medizin an einem Krankenhaus arbeitet. „Entfernte Heimkehr“ ist seine erste literarische Veröffentlichung.

Pressestimmen

Vergleiche mit Werken von Doderer drängen sich auf, der große Walter Kappacher zeigte sich restlos begeistert über diese in scheinbar schlichten, aber enorm vielschichtigen Sätzen zu Papier gebrachte Schicksalssymphonie über Heimatlosigkeit und Entwurzelung.
Werner Krause, KLEINE ZEITUNG

Albert Holler hält ein Stück turbulenter Zeitgeschichte fest. Er kommt immer ganz nah an die Menschen, die im Buch auftreten, heran, kümmert sich um sie, macht sie wichtig. Gerade die Frage nach der Identität macht die Denkwürdigkeit des Romans aus.
Werner Thuswaldner, APA

Albert Holler schreibt eine klare, einfache, zugleich elegante Prosa. Seine Sprache erinnert immer wieder an Walter Kappachers leichte und substanzielle Prosa. Wie Holler seinen Protagonisten durch den Krieg lavieren lässt, wie er ihn als einen wenig sympathischen, kleinmütigen Nörgler charakterisiert, als einen, der weder viel redet noch viel denkt, als einen Besserwisser ohne Wissen, wie es ihm gelingt, die Erzählung des Kriegsendes mit Thrill zu würzen, das überzeugt als kompaktes, ausgereiftes Stück Literatur.
Wolfgang Straub, DIE PRESSE

Ein gelungener Erstling
Christoph Hartner, KRONENZEITUNG (Steiermark)

Verachtet mir die Amateure nicht! Albert Holler erzählt das Schicksal eines jungen Mannes, der zwischen den Trümmern der Geschichte seinen Lebenssinn sucht, klar, genau, unsentimental, beschreibt Gegenstände, Gefühle, Personen und Situationen knapp, kurz, bündig: gute, lesenswerte Prosa.
David Axmann, WIENER ZEITUNG

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