Coverabbildung von "Heim holen"

Katherina Braschel - Heim holen

Familienhistorische Recherche und Erinnerung verwebt Katherina Braschel zu einem zart erzählten Debütroman, der radikale Fragen stellt.

Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großen Opfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen Freund*innen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe …

Erhältlich als

  • Hardcover
    2. Auflage April 2026.
    272 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701718153
    Erscheinungsdatum: 19.01.2026
    24,00 inkl. MwSt.
  • E-Book
    272 Seiten
    ISBN: 9783701747672
    Erscheinungsdatum: 19.01.2026

    Empfohlener Verkaufspreis
    16,99 inkl. MwSt.
Bestellen

Sie können dieses Buch vormerken:

Autor*innen
Katherina Braschel

geboren 1992 in Salzburg, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Wien. Katherina Braschel ist zudem  Kulturveranstalterin, Redaktionsmitglied zweier Literaturzeitschriften und gibt Schreibworkshops. 2024 war sie Writer-in-Residence der Max Kade Foundation an der Bowling Green State University in Ohio (USA). Sie hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, u. a. den Förderpreis der Rauriser Literaturtage (2019) und den WORTMELDUNGEN-Förderpreis (2019), den Limburg-Preis (2022). 2020 publizierte sie den experimentellen Band „es fehlt viel“. „Heim holen“ ist ihr erster Roman.

Pressestimmen

Der Konflikt zwischen Lina und ihrer Mutter gehört zu den stärksten Passagen dieses Romans. [...] Zu schmerzhaft kratzt ein SS-Verbrecher als Vater an ihrem Selbstbild: eine Abwehrreaktion, die für viele NS-Täterkinder bis heute typisch ist – und die Braschel in Gestalt der ambivalent agierenden Mutter anschaulich darstellt.
[Quelle: Gisa Funck, DEUTSCHLANDFUNK]

[...] das ist ein Buch, das von Erinnerung erzählt, vom Vermächtnis der Familie, von dem, dass man mit geliebten Menschen über Sachen reden lernen muss, die einem nicht so zusagen oder die vielleicht kritisch zu betrachten sind. Ein sehr kluges und wunderbar erzähltes Buch, das mich sehr berührt hat.
[Quelle: Johannes Kössler, ORF]

Katherina Braschels Roman legt nicht zuletzt Schicht für Schicht den Weg der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des 20.Jahrhunderts nach Erinnerung, Nationalismus und Schuld frei und führt damit ihre Leser:innen zur Frage nach dem Umgang der eigenen Familie mit den Taten und Erfahrungen der Eltern bzw. Großeltern.
[Quelle: Ursula Ebel, DIE PRESSE]

„Heim holen“ schildert, wie eine junge Frau sich auf die Reise zu ihren Wurzeln macht. Zunächst nach Salzburg, dann bis nach Belgrad, in den Vorort Zemun, den sie aus Erzählungen noch als donauschwäbisches Semlin kennt. Endgültige Antworten findet sie dabei keine, aber etwas ebenso wertvolles: eine ehrliche und erwachsene Beziehung zu ihrer Herkunftsfamilie. Für Leserinnen und Leser ein fruchtbarer Anlass zur Selbstbefragung.
[Quelle: Magdalena Miedl, Ö1 MORGENJOURNAL]

Unbestritten leistet Katharina Braschel damit bitter notwendige Erinnerungsarbeit [...] Der Roman ist außerdem ein liebevolles, dabei durchaus selbstironisches Porträt einer Generation, die sehr mit den eigenen Befindlichkeiten beschäftigt ist und darüber manchmal den Blick fürs Ganze vermissen lässt.
[Quelle: Veronika Schuster, DIE FURCHE]

Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Auch die Herkunft nicht. Einfluss haben wir auf die Art, wie wir mit ihr umgehen. Wir können Fragen stellen, Verantwortung anerkennen und die eigene Geschichte um jene Teile erweitern, die lange gefehlt haben. Heim holen zeigt, dass genau darin eine Aufgabe der Gegenwart liegt. Die Geschichten bleiben dieselben. Aber die Weise, wie wir sie erzählen, kann sich verändern.
[Quelle: Barbara E. Seidl-Reutz, LITROBONA]

Der spannende Sog, den dieser Text ausübt, entsteht [einerseits] durch das Verschwinden von Erinnerung, das Auflösen und vielleicht auch durch kritisches Hinterfragen langsame Zersetzen, und, [dem gegenüberstehend], den von Lina weiter angehäuften Details. [...] Ich fand auch sehr schön wie das Thema Carearbeit in der Passage rund um die Hände drinnen steckt. Dass die Hand, die einen früher über die Straße geführt hat oder die einen gestützt hat, irgendwann die Rolle wechselt und man selbst zur Person wird, die der Großmutter über die Straße hilft.
[Quelle: Martin Peichl, „Kultursonntag“ ORF SALZBURG]

Es ist der Umgang mit diesen Fragen und nicht die Antwort darauf, die Braschel ins Zentrum von "Heim holen" gestellt hat.
[Quelle: Wolfgang Huber-Lang, APA]

Katherina Braschels Roman „Heim holen“ erzählt vom Blick in den Abgrund (Opa war SS-Mann), von der Irritation (der geliebte Opa) aber auch von der Versöhnung mit der donauschwäbischen Familie. Es ist das Protokoll einer Spurensuche.
[Quelle: Stephan Ozsváth, HAUS DER DONAUSCHWABEN]

Mit ihrem Roman ist es Braschel gelungen einen differenzierten Blick auf eine Volksgruppe zu werfen, die in den Geschichtsbüchern bislang nur mangelhaft dokumentiert wurde.
[Quelle: Alice Pfitzner-Manjić, ORF]

,,Heim holen" ist ein großer Roman, der uns trotz der immer deutlicher werdenden Sachlage eine Protagonistin zeigt, die zusehends von Selbstzweifeln und Fragen gequält wird. The more I see, the less I know!
[Quelle: Wolfgang Kühn, DAS ULTIMATIVE MAGAZIN]

Was ich sehr schön gefunden habe, war, dass sehr innige Einblicke gegeben werden in die kulturellen Eigenheiten der Donauschwaben [...]
[Quelle: Erika Preisel, LITERADIO]

Ein einfühlsames und anrührendes Debüt. Flüssig zu lesen, stilistisch makellos. Gern empfohlen.
[Quelle: Ulrike Bischoff, EKZ]

Es geht um Geschichtsverzerrungen, ums Verdrängen, um die Geschichten, die sich Familien von sich selbst erzählen und um die kognitiven Dissonanzen, die dadurch in der Erzählerin und in ihrer Beziehung zu Familie und Freunden entstehen. Der Roman ist einerseits eine wichtige und sehr interessant zu lesende historische Recherche, ist aber auch erzähltechnisch sehr spannend zu lesen, weil er den ganzen Entstehungsprozess offenlegt und sich im Grunde wie eine Anleitung zur eigenen Recherche liest.
[Quelle: Elias Hirschl @eliashirschl, INSTAGRAM]

Hier strahlt das ganze Genie Katherina Braschels in voller Kraft. In wegweisend moderner, junger und natürlicher Sprache, die wie selbstverständlich einbezieht, was eine progressive Generation ausmacht, sind wir sofort mitten in Wien. Sprache schafft Identität. Für die Donauschwaben, für die jungen Feminist*innen, Genderdiversen, für die Opfer und die Täter im Nationalsozialismus. [...] Ein fantastischer Debütroman einer exorbitant talentierten Autorin.“
[Quelle: Eva-Marie Mallmann @rockchickdeluxe, INSTAGRAM]

Ein wichtiges und überfälliges Buch. Für alle, die sich für deutsche Geschichte und gegenwärtig relevante Fragen interessieren.
[Quelle: Jule Zemke, EVANGELISCHES LITERATURPORTAL]

Veranstaltungen
Lesung
Kurgarten, Rainerstraße
Ausgebucht! (Lesung und Gespräch)
Hartliebs Bücher, Währinger Straße 122, 1180 Wien
Lesung
Lokal Gemischter Satz, Cobenzlgasse 4, 1190 Wien
literatur & wiese Lesefestival
Volksfestplatz 1, 3250 Wieselburg
Literaturfestival Septemberlese
3550 Langenlois
Lesung
Stifterhaus, Adalbert-Stifter-Platz 1, 4020 Linz
Lesung
Literaturhaus am Inn, Josef-Hirn-Straße 5 6020 Innsbruck
Lesung
Haus der Donauschwaben, Friedensstraße 14, 5020 Salzburg
Lesung
Café Anno, 1080 Wien, Lerchenfelder Straße 132
Lesung und Gespräch beim Seniorenkaffee
Gemeindezentrum Großrußbach, Hauptstraße 31. 2114Großrußbach

Das könnte Sie auch interessieren

Coverabbildung von 'Die Gegenstimme'

Thomas Arzt - Die Gegenstimme

April 1938: Der Student Karl Bleimfeldner kehrt in seinen Heimatort zurück, um gegen den „Anschluss“ an Hitlerdeutschland zu stimmen – als Einziger im Dorf. Die riskante Tat bleibt nicht ohne Folgen im politisch aufgehetzten Landstrich. Gerüchte werden laut. Die Familie verstummt. Eine Handvoll Übermütiger bricht auf, um den Verräter im Wald zu stellen. Wie durch ein Brennglas nimmt Thomas Arzt in „Die Gegenstimme“ die 24 Stunden des 10. April in den Blick, an dem sich die nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich vollzog. Vielstimmig und eindringlich schildert er die Geschichte seines eigenen Großonkels – als fieberhaft rastlose Erzählung über Mitläufertum, Feigheit, Ausweglosigkeit, Fanatismus und Widerstand.

Coverabbildung von 'Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich'

Kaśka Bryla - Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich

Der Sommer 2020 ist heiß und schön, und doch herr­schen überall Angst und Verunsicherung – auch auf dem Wagenplatz, wo die Autorin wohnt und mit einem schweren Krankheitsverlauf kämpft. Kraft geben ihr die inneren Gespräche mit dem Vater, der als Mitglied der polnischen Untergrundarmee im Gulag interniert war. Seine Widerständigkeit hat sie geprägt. Ihr eigener Kampf um ein selbstbestimmtes Leben als queere Frau ist ähnlich und doch ganz an­ders. Kraft gibt ihr aber auch das gestrandete Krähenbaby Karl, für das sie sorgt, solange es nicht fliegen kann. Liebevoll, lakonisch und manchmal surreal ver­flicht Kaśka Bryla Aufnahmen der Gespräche mit dem Vater, Fieberträume und Einsamkeit. Dieses außer­gewöhnliche Buch erinnert uns daran, was es bedeutet, Versprechen zu halten.