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Titel

Hans Ströbitzer - Niederösterreich

Leben und Schicksal der Generationen

Niederösterreich, das Kernland Österreichs, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, die Hans Ströbitzer zusammen mit einer Reihe von Gastautoren in diesem Buch beleuchtet. Der Zerfall der Monarchie, die gigantische Inflation, die Stabilisierung der Währung durch den Schilling, die durch die Weltwirtschaftskrise entfachte Massenarbeitslosigkeit, Bürgerkrieg und Kanzlermord, das sind die frühen Einschnitte dieser Geschichte, ehe die Erste Republik durch den Einmarsch der Hitler-Truppen ein abruptes Ende fi ndet. Ein weiterer Schwerpunkt der Darstellung sind die NS-Diktatur, das brutale Vorgehen gegen Juden, die Kirche und Andersdenkende und der sinnlose „Endkampf“ des Zweiten Weltkrieges im Land um Wien. Aus den zahlreichen Zeitzeugenberichten spricht die Aufforderung für die jüngere Generation, für den Frieden einzutreten und stets wachsam zu sein gegenüber totalitären Ideologien. Als Beispiel für die Opferbereitschaft, den Zukunftsglauben und den Optimismus unserer Vorfahren beschreibt das Buch auch die Notzeit und Belastungen der sowjetischen Besatzung sowie den mühsamen Wiederaufbau des weithin zerstörten Landes. Erst der Staatsvertrag bringt Österreich endlich die volle Freiheit. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen bewältigt Niederösterreich die Herausforderungen mit mutigen Reformen und setzt sich schließlich auf die Überholspur. Ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Gründung der Landeshauptstadt vor nunmehr 25_Jahren. Der Fall des Eisernen Vorhangs und der Beitritt zur EU rücken das Land vom Rand des freien Europas in dessen Mitte. Die Kulturarbeit der vergangenen zwei Jahrzehnte, die mit einer Stärkung von Wissenschaft und Bildung einherging, trägt heute entscheidend zur Identität und zum Selbstverständnis der Niederösterreicher bei. Den Abschluss des Buches bilden Gastbeiträge von Personen in Schlüsselpositionen des Landes, von Fachleuten und Journalisten aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft, aus Kultur, Bildung, Sport und Wirtschaft, die die vielfältige Entwicklung Niederösterreichs aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Sie helfen nicht nur, die Vergangenheit besser zu verstehen, sie sind auch die Grundlage dafür, dass die richtigen Schlüsse für die blau-gelbe Zukunft gezogen werden.

Erhältlich als

  • Hardcover
    208 Seiten
    Format: 165 x 240
    ISBN: 9783701732777
    Erscheinungsdatum: 15.12.2011
    24,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Hans Ströbitzer

geboren 1930, gestorben 2017, Studium der Staatswissenschaften, war jahrzehntelang Chefredakteur der „Niederösterreichischen Nachrichten“. Der Autor und Herausgeber zeitgeschichtlicher Bücher und Biografien wurde für seine publizistischen Leistungen vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: "Leopold Figl und seine Zeit" (2012).

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

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Hans Ströbitzer - Christliche Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsbewegung im Spiegel der Zeit

am Beispiel Niederösterreich

Die wechselvolle Geschichte der Christlichen Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsbewegung beginnt gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit den Gesellenvereinen, die bereits das Streikrecht kennen. Eine einschneidende Zäsur bringt die Industrialisierung. Es entsteht ein rechtloses Proletariat, sogar Kinder werden in den Fabriken ausgebeutet. Dies ist der Nährboden für die „Heilslehre“ des Marxismus, der den Klassenkampf und die Enteignung der Unternehmer fordert. Dagegen tritt die christliche Sozialreform für einen friedlichen Ausgleich und eine gerechte Entlohnung ein. Papst Leo XIII. fordert in seiner Sozialenzyklika 1891: „Jedem das Seine!“ 1892 gründet der 21-jährige Sattlergehilfe Leopold Kunschak den „Christlichsozialen Arbeiterverein für Niederösterreich“. Er wird zu einer starken Gewerkschaftsbewegung, die in den beiden Weltkriegen und in der Hitler-Diktatur bittere Zeiten durchlebt. Kunschak nimmt – bereits aus dem Untergrund – Kontakt mit ehemaligen Gegnern der Sozialdemokratie auf, um nach dem Inferno des Krieges den überparteilichen ÖGB zu gründen. Die Christliche Arbeitnehmerbewegung hat wesentlichen Anteil an der Sozialpartnerschaft, die sozialen Frieden und Wohlstand bringt. Hans Ströbitzer hat die Geschichte der Christlichen Arbeitnehmerbewegung recherchiert und ein spannendes Stück Zeitgeschichte aufgezeichnet. Sein Handbuch spannt den Bogen von den Wurzeln der Christlichen Arbeitnehmerbewegung über die christlichsoziale Arbeit in der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) und in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAJ und KAB) von heute bis zum Sozialwort der Kirchen. Ergänzt wird der historische Rückblick durch aktuelle Beiträge namhafter Vertreter von Arbeitnehmerbewegungen und Kirche, die vor allem in der Zeit der Krise christliche Solidarität und soziale Gerechtigkeit einfordern.

Leopold Figl und seine Zeit

Reinhard Linke Hans Ströbitzer - Leopold Figl und seine Zeit

„Ich kann euch nur bitten, glaubt an dieses Österreich!“ Leopold Figl, Weihnachtsansprache 1945 Glaubwürdig und couragiert, mutig und zuversichtlich – Eigenschaften, die Leopold Figl als Politiker kennzeichnen, ihn bis heute zum Vorbild machen. Sie halfen ihm auch, die Hölle der NS-Konzentrationslager in Dachau und Mauthausen zu überleben. Für die Freiheit und Unabhängigkeit Österreichs hat Figl Unglaubliches erlitten und schier Unmögliches geleistet. Der Staatsvertrag, den Figl am 15. Mai 1955 am Balkon des Belvedere in Wien den jubelnden Österreichern stolz präsentierte, war der Höhepunkt im Leben des ersten Bundeskanzlers der Zweiten Republik. Dieses Buch zeichnet den Weg des großen Staatsmanns in seiner Zeit nach: von der Monarchie in die Erste Republik, die in den autoritären Ständestaat mündet und 1938 in die NS-Diktatur führt. Erst die Zweite Republik öffnete den Weg in die Demokratie, die sich Leopold Figl und seine engen Weggefährten Julius Raab, Adolf Schärf und Oskar Helmer in der Besatzungszeit mühsam erkämpfen und erhalten mussten. Figls beharrliches Ringen um den Staatsvertrag und sein Kampf um die Unabhängigkeit Österreichs zur Zeit des Kalten Krieges beherrschten die schwierigen Jahre der jungen Republik. Ein Politikerleben, in dem sich mehr als ein halbes Jahrhundert erlebter Zeitgeschichte spiegelt. Mit zahlreichen, bislang unveröffentlichten Fotos aus dem Familienarchiv

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