Titel

Uwe Dick - Sauwaldprosa

„Wo man singt, da laß dich ruhig nieder. Doch prüf die Texte hin und wieder“, so lautet die Quintessenz (a Essenz, de man quint, wenn ma lang gnua nochdenggt) aus Uwe Dicks Prosa in progress: einer Wanderersonate immer neuer Abzweigungen – komponiert aus dem Motiv-Dreiklang SAU, WALD und PROSA. Von jeder Zeile aus ist es gleich weit zur nächsten Überraschung. Insonahe kann jeder kreuz und quer lesen, seinen Sauwald erkunden. Das Wortwurzelwerk des poetischen Rebellen wider alle Hierarchien – Dichtung des Zorns und Heidenspaß, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst – speist eine Waldkabbala ohnegleichen: Magischer Surrealismus weitet das Innviertel zum Inniversum … Uwe Dick steht für Denklust und sprachliche Schnellkraft. Schausprecher und Hörspieler seiner poetischen Partituren, behauptet sich der „wahrscheinlich einzige echte Nachfahre von Arno Schmidt“ (ORF) mit ansteckendem Vokabelargwohn gegen eine medial verseuchte und genormte Gesellschaft. „Sauwaldprosa“ erschien erstmals 1976 und jeweils erweitert 1978, 1981, 1987.

Erhältlich als

  • Hardcover
    592 Seiten
    Format:125 x 204
    ISBN: 9783701715077
    Erscheinungsdatum: 21.07.2008
    24,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Uwe Dick

geboren 1942, "Satz- und Gartenbauer", lebt im Dreiländereck am Böhmerwald. Ehemals Reporter und Redakteur für Tageszeitungen, nahm er 1968 "Abschied von der Fertigteilsprache, um frei zu sein für Freundschaften mit Pflanze, Tier und Mensch" sowie für die Schreib- und Sprechkunst eines "poeta non grata im Reich der Duckdeutschen". 2007 wurde Uwe Dick für sein Gesamtwerk mit dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: "Sauwaldprosa" (2001; Neuausgabe 2008), "Spott bewahre!" (2012), "Sags kurz oder gar nicht!" (2012).

Pressestimmen

Die Poesie Uwe Dicks ist ein Donnerwetter. Sie hat reinigende Kraft. Uwe Dick hat mir das Lesen beigebracht.
Michael Lentz

Das wildwüchsige Werk ist kaum auf den Punkt zu bringen: renitente
Sprachschöpfungen, dokumentarische Passagen, Tagebuchauszüge in Mundart, wortgewaltige Beschimpfungen des Literaturbetriebs und der restlichen Welt in bester Tradition von Karl Kraus und Thomas Bernhard.
WIENER ZEITUNG, Uwe Schütte

Summa summarum ein Kultbuch, das jede Gattungsbezeichnung ad absurdum führt, weil Episches, Dramatisches und Lyrisches eine logische Einheit bilden. Geschrieben von einem deutsch-österreichischen Grenzgänger, der in seiner Originalität, Streitbarkeit, NEINsagekraft und radikalen In-eins-Setzung von Leben und Werk mit Thomas Bernhard vergleichbar ist.
DER STANDARD

In der Unerbittlichkeit und Präzision der Zeitdiagnose und der Sprachkritik steht Uwe Dick neben Karl Kraus - und wie diesem gilt ihm die ängstliche Abwehr, die achselzuckende Ignoranz von seiten der Kritiker.
BAYERISCHER RUNDFUNK

Uwe Dicks Lesungen sind ein Naturereignis im geschlossenen Raum.
MÜNCHNER MERKUR

Für Konsalik-Leser ist hier nichts los. Was sich abspielt, ist zuerst einmal Sprache. Eine, die es dem Leser nicht leicht macht, ihm aber etwas zutraut.
SALZBURGER NACHRICHTEN

Uwe Dick ist ein "Schriftsteller, der an künstlerischer Konsequenz, politischer Unbestechlichkeit und sprachlicher Originalität kaum zu überbieten ist".
Wolfgang Beyer in einem Filmportrait für den ORF

Einer der herausfordernden Autoren der Gegenwart.
[Quelle: Matthias Part, OBERÖSTERREICHISCHER KULTURBERICHT]

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Gesammelte Gedichte mit einem Essay von Gerald Stieg, mit CD

Uwe Dick, seine gesammelten Gedichte in einem Band. Pierre Bourdieu nannte Uwe Dick einen »Karl Kraus redivivus«. Eva Hesse schrieb in einem Essay (München 1986): »Für das richtige Wort, und sei es noch so ungebräuchlich, kennt Dick keinen Ersatz. Dem Leser, der sich darüber beschwert, gibt ers klipp und klar: Genauigkeit ist Liebe.« Jean-Pierre Lefebvre (in der Anthologie bilingue de la poésie allemande, Bibliothèque de la Plèiade, Edition Gallimard, 1993): »Uwe Dick (...) ist ein Phänomen. (...) Er bläst der zeitgenössischen Literatur (...) die physische Vitalität des Schauspielers ein, zeigt den frechen Mut der großen Kabarettisten und die Virtuosität der geborenen Akrobaten, richtet Technokraten und Profitgier hin; doch manchmal vertraut er dem Gedicht Augenblicke blendender Schönheit an.« Wie und mit welchem Zuwachs an künstlerischer Freiheit, das zeigt »Des Blickes Tagnacht«, eine Reise durch die Gedichte aus 33 Jahren. Und wieder – anders freilich als in seinen Biodramen oder in der SAUWALDPROSA – erweist sich: Uwe Dicks sprachliche Schnellkraft ist stets auf dem Sprung, die »Meisterschaft des Herzens« zu wagen. Und Zeile für Zeile gut für eine Überraschung: »Gedichte gehen nicht!« nölt der Buchhändler. »Ja«, sag ich, »sie fliegen.«

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