Titel

Franz Innerhofer - Schattseite

Eine Neuausgabe der Trilogie, in der Franz Innerhofer vom Leben als Knecht am Hof des Vaters erzählt, vom Aufbruch in die Welt der Arbeiter und zuletzt in die der Studenten und Germanisten. "Gestern noch machte ich mir heftige Vorwürfe, fluchte auf den Schreiber in mir und bekämpfte ihn mit Alkohol. Heute wird mir bewußt, daß ich all diese Jahre unrecht hatte, indem ich mir selber nie recht gab. Die Sprache ist zu meiner Zufluchtsstätte geworden. Ich kann Dinge und Zustände beim Namen nennen, das kommt, weil ich so viel geschwiegen habe (…). Immer den Mund halten müssen ist schlimm. Ich habe dreimal das Milieu gewechselt und bleibe jetzt einmal sitzen. Meine Literatur ist immer noch viel zu schüchtern gegen mich und die anderen, aber das Wichtigste scheint mir, daß ich mich heute entschlossen habe: ich mache weiter." Franz Innerhofer 1974

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  • Broschur
    272 Seiten
    Format:140 x 220
    ISBN: 9783701713165
    Erscheinungsdatum: 01.01.2002
    14,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Franz Innerhofer

geboren 1944 in Krimml, Salzburg, als Sohn einer Landarbeiterin, lebte von 1950 bis 1961 als Knecht am Hof seines Vaters. Ab 1966 besuchte er das Gymnasium für Berufstätige und studierte danach Germanistik und Anglistik in Salzburg. "Schöne Tage", sein erster Roman, 1974 bei Residenz erschienen, machte ihn mit einem Schlag berühmt. Weiters erschienen: "Schattseite" (1975), "Die großen Wörter" (1977), "Der Emporkömmling" (1982), "Um die Wette leben" (1993), "Scheibtruhe" (1996). Franz Innerhofer nahm sich im Jänner 2002 in Graz das Leben.

Pressestimmen

Hans Weigel, Die Zeit, über Schöne Tage

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»Größe und Besonderheit der Prosa Franz Innerhofers bestehen darin, daß nicht angeklagt, daß nicht arrangiert
und präsentiert wird, daß Wirklichkeit ohne Pathos stattfindet. Franz Innerhofer hat alles selbst erlebt. Er setzt einfach Erinnerungsstücke aneinander, frei von Sentimentalität und Tendenz, kraft seiner epischen Naturbegabung (…).«

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Michael Scharang, profil, über Schattseite


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»(Man ließ) Innerhofer das erste Buch nicht nur als beachtliche Milieuschilderung durchgehen, sondern hoffte darauf, daß er die vorübergehende Ausweglosigkeit eines heranwachsenden Buben zu einer Ausweglosigkeit schlechthin
perfektionieren würde. Die ›vornehme Welt‹ erhoffte das um so dringlicher, als sie vorderhand nur die Sparten Todessucht (mit Bernhard), Ichsucht (mit Handke) und Trunksucht (mit Bauer) beschicken kann, für die Abteilung Ver-
zweiflungssucht aber noch einen tüchtigen Mann sucht. Innerhofer wurde dieser tüchtige Mann nicht; er blieb der gute Autor.«

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W. Martin Lüdke, Die Zeit, über Die großen Wörter

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»Sprachloses Leiden hat er zur Sprache gebracht. Er hat von sich gesprochen und von denen, die lebten wie er, die arbeiteten wie er, die litten wie er. Er hat die Worte wie das Brennholz aufgesammelt, um die sprachlose Wut, die ohnmächtige Empörung, das stumme Leiden zu benennen.«

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

Scheibtruhe

Franz Innerhofer - Scheibtruhe

Ein Monolog

In einem dramatischen Monolog läßt Franz Innerhofer Hanni R. ihr Leben erzählen: Schon der Vater war Knecht, in einem Sautrog hat er geschlafen, und das hat ihn hart gemacht, auch der eigenen Tochter gegenüber. Er schickt sie als Magd zu einem Bauern und läßt sie seine eigenen Erfahrungen wiederholen: Um zwei Uhr morgens muß sie aufs Feld, eggen, ackern, Futter heimführen; Essen gibt es erst, wenn die Tiere versorgt sind. Für „unerlaubte Liebschaften“ bleibt kaum Zeit. Dann kommt der Krieg, Hanni wird einem Wirt zugeteilt, für eine Weile kommt Abwechslung in ihr Leben. Doch kurz darauf setzt man sie wieder bei einem Bauern ein, dessen Felder an das Lager Gusen grenzen: „Jeden Tag haben wir vom Lager gewußt/ jeden Tag haben wir nicht über das Lager geredet/ haben uns nicht mehr zu reden getraut/ haben einfach mit dem Schrecken in uns/ dem Schrecken zugeschaut.“ Sprachlos wird Hanni im Laufe der Geschichte gemacht, die eine Geschichte der Angst ist: zuerst fürchtet sie den Vater, dann die Bäurin, die Gestapo und schließlich sogar den eigenen Mann. Mit dieser Darstellung eines Lebens, das gerade deshalb so bedrückend wirkt, weil es – in dieser Gegend – nicht außergewöhnlich ist, kehrt Innerhofer zu dem Thema seiner frühen Romane zurück.

Die grossen Wörter

Franz Innerhofer - Die grossen Wörter

Eine Neuausgabe der Trilogie, in der Franz Innerhofer vom Leben als Knecht am Hof des Vaters erzählt, vom Aufbruch in die Welt der Arbeiter und zuletzt in die der Studenten und Germanisten. "Gestern noch machte ich mir heftige Vorwürfe, fluchte auf den Schreiber in mir und bekämpfte ihn mit Alkohol. Heute wird mir bewußt, daß ich all diese Jahre unrecht hatte, indem ich mir selber nie recht gab. Die Sprache ist zu meiner Zufluchtsstätte geworden. Ich kann Dinge und Zustände beim Namen nennen, das kommt, weil ich so viel geschwiegen habe (…). Immer den Mund halten müssen ist schlimm. Ich habe dreimal das Milieu gewechselt und bleibe jetzt einmal sitzen. Meine Literatur ist immer noch viel zu schüchtern gegen mich und die anderen, aber das Wichtigste scheint mir, daß ich mich heute entschlossen habe: ich mache weiter." Franz Innerhofer 1974

Schöne Tage

Franz Innerhofer - Schöne Tage

Schöne Tage verbringt der sechsjährige Holl auf dem Hof seines Vaters, wo er als billige Arbeitskraft willkommen ist, nachdem ihn Mutter und Stiefvater abgeschoben haben. Die vielen fremden Menschen, die großen Tiere, die harte Arbeit machen dem Kind Angst. Geredet wird nur in Befehlen und Zurechtweisungen, es gibt keine Widerrede. Auf dem Hof herrscht das Gesetz der Herrschaft, hier der Bauer, dort die Knechte, Mägde und Tagelöhner. Sie sind von Kindheit an durch schwere Arbeit abgestumpft, bewusstlos, sprachlos. Nach elf Jahren Erniedrigung und Ausbeutung findet Holl die Kraft, sich aus der Leibeigenschaft zu befreien. Und er findet die Sprache, die Dinge beim Namen zu nennen. Er verlässt den Hof, um ein neues Leben zu beginnen, in dem er nicht mehr länger schweigen muss.

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