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Titel

Dan Lungu - Wie man eine Frau vergisst

Eine kryptische Abschiedsnotiz, ein ausgeräumter Kleiderschrank, eine leere Betthälfte. Ende. Tags zuvor schien die Beziehung zwischen Marga und Andi noch in Ordnung zu sein – zumindest für Andi. Bar jeder rationalen Erklärung, entwirft der verwirrte Andi ein ganzes Arsenal von Strategien zum Vergessen. Denn Vernunft ist für den Enthüllungsjournalisten das oberste Prinzip im Leben. Als er von seiner Zeitung den Auftrag bekommt, über eine Gruppe gläubiger Protestanten zu recherchieren, verkompliziert sich Andis Situation. Denn es stellt sich plötzlich die Frage: Ist Gott hinter ihm her? Und wendet sich dadurch alles zum Guten? Voller Ironie und Humor erzählt Dan Lungu über die Widrigkeiten der Emotion, der Verdrängung und der Flucht in neue Lebenshaltungen. Verstörend und amüsant, fiebernd vor existenzieller Unruhe.

Erhältlich als

  • Hardcover
    Aus dem Rumänischen von Jan Cornelius
    288 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701715435
    Erscheinungsdatum: 09.09.2010
    23,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Dan Lungu

geboren 1969 in Botoşani/Rumänien, ist Soziologiedozent in Iaşi. Mit der Gründung der literarischen Gruppe „Club 8“ sorgte er für Bewegung in dem rumänischen Kulturbetrieb. 12 Schriftsteller stellten sich gegen die Medienvormacht Bukarests und hatten Erfolg. Lungus Erzählungen wurden in mehreren Sprachen übersetzt. Im Residenz Verlag erschienen von ihm die Romane "Das Hühnerparadies" (2007), "Die rote Babuschka" (2009) und "Wie man eine Frau vergisst" (2010).

Pressestimmen
Bildstark, mit Witz und Ironie schildert der rumänische Autor berührende und aberwitzige Episoden (...) Die schwungvolle, herrlich ironische Geschichte von den Mühen der Ebene und den grossen Fragen des Lebens vermag wohl den hartnäckigsten Winternebel aufzulösen.
NZZ, Inge Waldinger

Doch was bewegt die rumänische Gesellschaft stattdessen? So ziemlich das Gleiche wie die unsere: kaputte Beziehungen, Karriere und spiritueller Ersatz. Wie Lungu diese keineswegs neuen Themen allerdings aus den unglaublichsten Perspektiven beleuchtet, wie er mit seiner federleichten und zugleich pointierten Sprache hinter die Fassaden, Gefühle und Träume nicht nur seiner Landsleute, sondern von uns allen blickt, das ist überaus charmant und gewitzt.
BERLINER ZEITUNG, Matthias Schnitzler

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