Der Konflikt zwischen Lina und ihrer Mutter gehört zu den stärksten Passagen dieses Romans. [...] Zu schmerzhaft kratzt ein SS-Verbrecher als Vater an ihrem Selbstbild: eine Abwehrreaktion, die für viele NS-Täterkinder bis heute typisch ist – und die Braschel in Gestalt der ambivalent agierenden Mutter anschaulich darstellt.
[Quelle: Gisa Funck, DEUTSCHLANDFUNK]
[...] das ist ein Buch, das von Erinnerung erzählt, vom Vermächtnis der Familie, von dem, dass man mit geliebten Menschen über Sachen reden lernen muss, die einem nicht so zusagen oder die vielleicht kritisch zu betrachten sind. Ein sehr kluges und wunderbar erzähltes Buch, das mich sehr berührt hat.
[Quelle: Johannes Kössler, ORF]
„Heim holen“ schildert, wie eine junge Frau sich auf die Reise zu ihren Wurzeln macht. Zunächst nach Salzburg, dann bis nach Belgrad, in den Vorort Zemun, den sie aus Erzählungen noch als donauschwäbisches Semlin kennt. Endgültige Antworten findet sie dabei keine, aber etwas ebenso wertvolles: eine ehrliche und erwachsene Beziehung zu ihrer Herkunftsfamilie. Für Leserinnen und Leser ein fruchtbarer Anlass zur Selbstbefragung.
[Quelle: Magdalena Miedl, Ö1 MORGENJOURNAL]
Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Auch die Herkunft nicht. Einfluss haben wir auf die Art, wie wir mit ihr umgehen. Wir können Fragen stellen, Verantwortung anerkennen und die eigene Geschichte um jene Teile erweitern, die lange gefehlt haben. Heim holen zeigt, dass genau darin eine Aufgabe der Gegenwart liegt. Die Geschichten bleiben dieselben. Aber die Weise, wie wir sie erzählen, kann sich verändern.
[Quelle: Barbara E. Seidl-Reutz, LITROBONA]
Der spannende Sog, den dieser Text ausübt, entsteht [einerseits] durch das Verschwinden von Erinnerung, das Auflösen und vielleicht auch durch kritisches Hinterfragen langsame Zersetzen, und, [dem gegenüberstehend], den von Lina weiter angehäuften Details. [...] Ich fand auch sehr schön wie das Thema Carearbeit in der Passage rund um die Hände drinnen steckt. Dass die Hand, die einen früher über die Straße geführt hat oder die einen gestützt hat, irgendwann die Rolle wechselt und man selbst zur Person wird, die der Großmutter über die Straße hilft.
[Quelle: Martin Peichl, „Kultursonntag“ ORF SALZBURG]
Mit ihrem Roman ist es Braschel gelungen einen differenzierten Blick auf eine Volksgruppe zu werfen, die in den Geschichtsbüchern bislang nur mangelhaft dokumentiert wurde.
[Quelle: Alice Pfitzner-Manjić, ORF]
Es ist der Umgang mit diesen Fragen und nicht die Antwort darauf, die Braschel ins Zentrum von "Heim holen" gestellt hat.
[Quelle: Wolfgang Huber-Lang, APA]
Katherina Braschels Roman legt nicht zuletzt Schicht für Schicht den Weg der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des 20.Jahrhunderts nach Erinnerung, Nationalismus und Schuld frei und führt damit ihre Leser:innen zur Frage nach dem Umgang der eigenen Familie mit den Taten und Erfahrungen der Eltern bzw. Großeltern.
[Quelle: Ursula Ebel, DIE PRESSE]
Katherina Braschels Roman „Heim holen“ erzählt vom Blick in den Abgrund (Opa war SS-Mann), von der Irritation (der geliebte Opa) aber auch von der Versöhnung mit der donauschwäbischen Familie. Es ist das Protokoll einer Spurensuche.
[Quelle: Stephan Ozsváth, HAUS DER DONAUSCHWABEN]
Ein einfühlsames und anrührendes Debüt. Flüssig zu lesen, stilistisch makellos. Gern empfohlen.
[Quelle: Ulrike Bischoff, EKZ]
Es geht um Geschichtsverzerrungen, ums Verdrängen, um die Geschichten, die sich Familien von sich selbst erzählen und um die kognitiven Dissonanzen, die dadurch in der Erzählerin und in ihrer Beziehung zu Familie und Freunden entstehen. Der Roman ist einerseits eine wichtige und sehr interessant zu lesende historische Recherche, ist aber auch erzähltechnisch sehr spannend zu lesen, weil er den ganzen Entstehungsprozess offenlegt und sich im Grunde wie eine Anleitung zur eigenen Recherche liest.
[Quelle: Elias Hirschl, INSTAGRAM]
Hier strahlt das ganze Genie Katherina Braschels in voller Kraft. In wegweisend moderner, junger und natürlicher Sprache, die wie selbstverständlich einbezieht, was eine progressive Generation ausmacht, sind wir sofort mitten in Wien. Sprache schafft Identität. Für die Donauschwaben, für die jungen Feminist*innen, Genderdiversen, für die Opfer und die Täter im Nationalsozialismus. [...] Ein fantastischer Debütroman einer exorbitant talentierten Autorin.“
[Quelle: Eva-Marie Mallmann (rockchickdeluxe), INSTAGRAM]