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Wir trauern um die Autorin Astrid H. Roemer

Wir trauern um die Autorin Astrid H. Roemer

Mit großer Bestürzung nehmen wir Abschied von Astrid Roemer (1947–2026), der herausragenden Schriftstellerin, deren Werk die Weltliteratur nachhaltig bereichert hat. Roemer verstarb am 8. Januar 2026 in Paramaribo im Alter von 78 Jahren. Sie gilt als die Grande Dame der postkolonialen Literatur im karibischen Raum.

Geboren in Suriname, war sie eine der bedeutendsten Autorinnen ihres Landes und des niederländisch‑sprachigen Raums. In ihren Romanen, Erzählungen, Dramen und Gedichten reflektierte sie mit unverwechselbarer poetischer Kraft über Identität, Heimat, Geschlecht, Rassismus und postkoloniale Geschichte.

Auch einem deutschsprachigen Publikum wurde Roemers Werk zugänglich: Im Residenz Verlag erschienen in der Übersetzung von Bettina Bach die Romane Vom Wahnsinn einer Frau und Gebrochen Weiß, die ihre eindringliche, politische und sinnliche Stimme auch Leser*innen im deutschsprachigen Raum erschlossen. Diese Romane stehen exemplarisch für Roemers außergewöhnliches Erzählen, das stets feministisch, poetisch und gesellschaftlich engagiert ist.

International fand Roemers Arbeit große Beachtung: So stand die englische Übersetzung ihres frühen Romans Over de gekte van een vrouw (On a Woman’s Madness) 2025 auf der Longlist des International Booker Prize.

Wir verlieren mit Astrid Roemer eine literarische Pionierin, deren Stimme weit über Surinam und die Niederlande hinaus strahlt. Die Übersetzungen im Residenz Verlag sichern ihr Werk auch für die deutschsprachige Welt und unterstreichen die bleibende Bedeutung ihrer Literatur.

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freundinnen und Leserinnen weltweit.