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Titel

Thomas Brussig - Schiedsrichter Fertig

Eine Litanei

Ein Schiedsrichter erklärt, wie er die Welt sieht - bevor er rausgeht und das Finale pfeift. Sein Finale. Der große Satiriker Thomas Brussig schlüpft in die Rolle eines Schiedsrichters, um über das Leben zu sinnieren. Wie ist es, von achtzigtausend Menschen ausgepfiffen zu werden? Wie ist es, für neunzig Minuten nur von Lügnern, Tricksern und Betrügern umgeben zu sein, die, je nach Situation, eine Leidens- oder Unschuldsmiene aufsetzen? Wie ist es, nur durch Fehler Aufmerksamkeit zu erlangen, denn schließlich wird nur über Fehlentscheidungen diskutiert? Die Tragödie des Unparteiischen besteht darin, Neutrum sein zu müssen in einer Welt, die Leidenschaften weckt, Amateur zu sein unter hochbezahlten Profis. Und wieso sollen ausgerechnet die Schiedsrichter gerecht sein, wenn niemand auf der Welt noch Gerechtigkeit erwartet? Thomas Brussig eröffnet eine neue Reihe im Residenz Verlag: Eine Litanei. Eine Litanei Wir laden Autoren ein, sich Luft zu machen, Klartext zu reden, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Jammern ist eine Kunst, und Anlass gibt es immer und genug: über Gott und die Welt und vom Hundertsten ins Tausendste - Hauptsache lustig und frisch von der Leber weg.

Erhältlich als

  • Klappenbroschur
    96 Seiten
    Format: 140 x 220
    ISBN: 9783701714810
    Erscheinungsdatum: 18.09.2007
    12,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Thomas Brussig

geboren 1965 in Berlin, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor eben dort. Drehbuchpreis für „Sonnenallee“ (mit Leander Haußmann) (1999), Hans-Fallada-Preis (2000), Carl Zuckmayer-Medaille (2005). Bisher erschienen u.a.: „Helden wie wir“, „Sonnenallee“, „Wie es leuchtet“, „Die Berliner Orgie“, „Schiedsrichter Fertig“ (2007).

Pressestimmen

"Schiedsrichter Fertig" heißt das Buch, mit dem endlich wieder einmal ein Profi des Wortes das Fußballfeld bespielt. [...] Ein herrlich schneidender Text. Der Residenz Verlag hat daraus eines seiner edlen Bücher gemacht, schönstes Papier, splendider Druck, viel kontemplatorisches Weiß drumherum und eine Schrifttype, deren Fragezeichen wie kleine Seepferdchen zwischen den Sätzen schwimmen, als wollten sie signalisieren, es sei ja alles nicht so böse gemeint.
DIE ZEIT, Dieter Hildebrandt

Mit diesem schmalen Band hat sich Brussig endgültig in die Phalanx derer eingeschrieben (Ror Wolf, Albert Ostermaier, Moritz Rinke, Franzobel), die den Sport – dessen Illusion, der Sieg befreie von irgend etwas – mit sichtender Benommenheit als schönes, schauriges Spiel des Lebens schildern.
NEUES DEUTSCHLAND, Hans-Dieter Schütt

...das beste Fussballbuch des Jahres...
WELT AM SONNTAG

Thomas Brussigs Schiedsrichterlitanei ist 92 Seiten Geschimpfe feinster Art. All seinen Zynismus und all seine Wortgewandtheit im Gepäck, schlüpft Brussig in die Rolle eines frustrierten Schiedsrichters, der zum ersten Mal seine Unparteilichkeit beiseite wirft und zu zu einem Rundumschlag ausholt.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Christian Helten

Das Ergebnis erscheint paradox: Brussig hat, wie zuvor schon in seinem Trainer-Monolog "Leben bis Männer", ein Buch über den Fußball geschrieben, das kein Fußballbuch ist...Es ist eine Anmaßung, wie der ganze innere Monolog, aber eine verzeihliche. Wer so sehr hassen kann wie Schiedsrichter Fertig, der muss innig geliebt haben.
FAZ, Thomas Klemm

Nun muss man sagen, dass sein Buch trotzdem richtig gut ist. Brussig kotzt sich so richtig aus. Er scheint endgültig alle Hemmungen über Bord geworfen zu haben – und literarisch wird das zu einem Gewinn. [...] Dieser Furor ist so echt, so maßlos, so unerschöpflich, dass Thomas Bernhard dagegen ganz alt aussieht.
DIE WELT, Joachim Lottmann

Brussig hat einen unerbittlichen, vom Lächerlichen ins Tragische changierenden Text geschrieben, der geradezu nach öffentlicher Aufführung ruft.
RBB, Harald Asel

Ich empfehle Ihnen dieses Buch wärmstens – und verspreche Ihnen: Sie werden nie wieder ein Fußballspiel mit gleichen Augen sehen, wenn Sie dieses Buch gelesen haben.
ORF "les.art", Dieter Moor

"Schiedsrichter Fertig" ist eine brilliant formulierte, feinsinnige Realsatire, ein veritables kleines Meisterwerk, das bei aller rethorischen Scharfzüngigkeit vor allem durch seine zutiefst verletzliche, geradezu existentialistische Grundstimmung nachhaltig beeindruckt.
VORARLBERGER NACHRICHTEN
 

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