Home / Gesamtverzeichnis / Spott bewahre!
Titel

Uwe Dick - Spott bewahre!

„Verklemmte lachen nicht. Sie licheln.“ Ein Satz, mitunter ein einziges Wort genügt Uwe Dick, um ins Bild zu lüpfen, was jeder gut, doch oft nicht gern versteht: „Deppokratie“, „Doppelkinnheads“, „Faadfood“, „Meinungsschappi“...Seit mehr als 50 Jahren sind manche dieser Foppformeln und Fangworte, Freud’sche, nein: höchst freudvolle Versprecher des Poeten und Bürgerrechtlers via Mundfunk in Umlauf. Die hier versammelte Auswahl dokumentiert Literatur als Widerstand: „Staatsbegräbnis? – Ja WANN denn endlich?!“ Ein Nestbeschmutzer? „Nein, ich bleibe meinem Nestroy.“ Denn wie dieser, in der Tradition von Karl Kraus, Arno Schmidt und Heinz Erhardt, bevorzugt auch Uwe Dick das Lustprinzip im Oberstübchen. Mit Witz und Galle: „Durch viele Wände kommt man nur mit dem Kopf. Vor allem durch die üblichen Einwände.“ Einer wäre: Das ist aber kein Roman. Ja, stimmt, dieses Buch ist mehr als das. Und außerdem: „Quantitäter sind meistens Qualitöter.“

Erhältlich als

  • Hardcover
    Umschlagbild von Anton Christian.
    136 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701715985
    Erscheinungsdatum: 25.09.2012
    16,90 inkl. MwSt.
Bestellen

Produktdetails

Autor
Uwe Dick

geboren 1942, "Satz- und Gartenbauer", lebt im Dreiländereck am Böhmerwald. Ehemals Reporter und Redakteur für Tageszeitungen, nahm er 1968 "Abschied von der Fertigteilsprache, um frei zu sein für Freundschaften mit Pflanze, Tier und Mensch" sowie für die Schreib- und Sprechkunst eines "poeta non grata im Reich der Duckdeutschen". 2007 wurde Uwe Dick für sein Gesamtwerk mit dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: "Sauwaldprosa" (2001; Neuausgabe 2008), "Spott bewahre!" (2012), "Sags kurz oder gar nicht!" (2012).

Pressestimmen

Wer diese Einwortromane, Lockrufe und Foppformeln liest, schärft seinen Sprachsinn. Denn hier schreibt ein Wortspieler, der sich selten verzockt und nur eins will: unmissverständlich Deutsch reden, bis es fremd und gar nicht artig klingt.
Deutschlandradio Kultur, Buchempfehlungen Dezember 2012

Wer Uwe Dick liest, schärft seinen Sprachsinn. Ein Mann des Eigen- wie des Gegensinns, zerlegt er Worte, auf das ihnen eine neue Bedeutung erwächst.
DEUTSCHLANDRADIO KULTUR, Knut Cordsen

In dieser spielerisch-gelassenen und gerade deshalb erhellenden Sprach-Komik zeigt sich, dass der offensiv bekennende ,,Nichtsnutz" Uwe Dick nicht der verbitterte Menschen- und Weltverneiner ist, als der er manchmal erscheint.
STRAUBINGER TAGBLATT, Dr. Alexander Altmann

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

des blickes tagnacht

Uwe Dick - des blickes tagnacht

Gesammelte Gedichte mit einem Essay von Gerald Stieg, mit CD

Uwe Dick, seine gesammelten Gedichte in einem Band. Pierre Bourdieu nannte Uwe Dick einen »Karl Kraus redivivus«. Eva Hesse schrieb in einem Essay (München 1986): »Für das richtige Wort, und sei es noch so ungebräuchlich, kennt Dick keinen Ersatz. Dem Leser, der sich darüber beschwert, gibt ers klipp und klar: Genauigkeit ist Liebe.« Jean-Pierre Lefebvre (in der Anthologie bilingue de la poésie allemande, Bibliothèque de la Plèiade, Edition Gallimard, 1993): »Uwe Dick (...) ist ein Phänomen. (...) Er bläst der zeitgenössischen Literatur (...) die physische Vitalität des Schauspielers ein, zeigt den frechen Mut der großen Kabarettisten und die Virtuosität der geborenen Akrobaten, richtet Technokraten und Profitgier hin; doch manchmal vertraut er dem Gedicht Augenblicke blendender Schönheit an.« Wie und mit welchem Zuwachs an künstlerischer Freiheit, das zeigt »Des Blickes Tagnacht«, eine Reise durch die Gedichte aus 33 Jahren. Und wieder – anders freilich als in seinen Biodramen oder in der SAUWALDPROSA – erweist sich: Uwe Dicks sprachliche Schnellkraft ist stets auf dem Sprung, die »Meisterschaft des Herzens« zu wagen. Und Zeile für Zeile gut für eine Überraschung: »Gedichte gehen nicht!« nölt der Buchhändler. »Ja«, sag ich, »sie fliegen.«

Sauwaldprosa

Uwe Dick - Sauwaldprosa

„Wo man singt, da laß dich ruhig nieder. Doch prüf die Texte hin und wieder“, so lautet die Quintessenz (a Essenz, de man quint, wenn ma lang gnua nochdenggt) aus Uwe Dicks Prosa in progress: einer Wanderersonate immer neuer Abzweigungen – komponiert aus dem Motiv-Dreiklang SAU, WALD und PROSA. Von jeder Zeile aus ist es gleich weit zur nächsten Überraschung. Insonahe kann jeder kreuz und quer lesen, seinen Sauwald erkunden. Das Wortwurzelwerk des poetischen Rebellen wider alle Hierarchien – Dichtung des Zorns und Heidenspaß, Grobiansidiotikon und subtile Wortkunst – speist eine Waldkabbala ohnegleichen: Magischer Surrealismus weitet das Innviertel zum Inniversum … Uwe Dick steht für Denklust und sprachliche Schnellkraft. Schausprecher und Hörspieler seiner poetischen Partituren, behauptet sich der „wahrscheinlich einzige echte Nachfahre von Arno Schmidt“ (ORF) mit ansteckendem Vokabelargwohn gegen eine medial verseuchte und genormte Gesellschaft. „Sauwaldprosa“ erschien erstmals 1976 und jeweils erweitert 1978, 1981, 1987.

Seite drucken