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Gerhard Amanshauser

Gerhard Amanshauser

geboren 1928 in Salzburg. Er studierte Mathematik und Physik in Graz und Germanistik und Anglistik in Wien, Innsbruck und Marburg. In den siebziger Jahren wurde er als Schriftsteller bekannt (u.a. "Schlo mit spten Gsten", 1975, verfilmt 1981). Er lebte von 1955 bis zu seinem Tod 2006 als Schriftsteller in Salzburg. "Gerhard Amanshauser ist seinem in etwa gleichaltrigen Freund Thomas Bernhard an Willen zur Monomanie so unter- wie an literarischem Wagemut berlegen. Der Salzburger Kosmopolit ist der bedeutendste unter sterreichs bisher unentdeckten Autoren." Daniel Kehlmann. Zuletzt erschienen: "Es wre schn, kein Schriftsteller zu sein" (2012).

Bücher

Coverabbildung von 'Es w�re sch�n, kein Schriftsteller zu sein'

Gerhard Amanshauser Daniel Kehlmann (Vorwort) - Es w�re sch�n, kein Schriftsteller zu sein

Tageb�cher

?Ich war ein Meister im Staunen und eine Null im Glauben?, schrieb er einmal ber sich selbst. In dieser Haltung, gleichermaen offen und radikal skeptisch, richtete er sich ber Jahrzehnte auf seinem Beobachtungsposten ein, einem Haus am Hang des Salzburger Festungsbergs, zurckgezogen, aber nicht isoliert, abgekehrt, aber alles andere als gleichgltig. Mit Scharfsinn und Schrfe, verspielt in seinem Witz und kompromisslos in seiner Ernsthaftigkeit bezeugte er seine Haltung ? gegen allen Dogmatismus, gegen Banalitt und Grenwahn. Davon spricht jedes seiner Bcher, aber ganz besonders die bisher unverffentlichten Tagebcher, die jetzt endlich in einer Auswahl vorliegen. Betrachtungen und Selbstbetrachtungen, wach, gereizt, brillant, hhnisch, vertrumt und schonungslos bis zu dem Punkt, an dem die Parkinson-Erkrankung ihr Zerstrungswerk beginnt. Dieses Buch macht auf bedrckende wie beglckende Weise deutlich, wie sehr Gerhard Amanshauser unserer Zeit fehlt.

Coverabbildung von 'Entlarvung der fl�chtig skizzierten Herren'

Gerhard Amanshauser - Entlarvung der fl�chtig skizzierten Herren

Gerhard Amanshauser wurde als der bedeutendste unter sterreichs bisher unentdeckten Autoren (Daniel Kehlmann) bezeichnet. Doch mittlerweile rezipieren auch die groen deutschsprachigen Medien regelmig den selbstgewhlten Auenseiter, der auf dem Salzburger Festungsberg lebt. Der Mann, dem es keine Schwierigkeiten bereitet, die Menschen auf unserem Planeten aus dem Blickwinkel einer Sonde zu beschreiben, tritt in diesem Lesebuch mit Scharfsinn, Witz und ungewhnlicher Kompromilosigkeit gegen alle Dogmen an. In Entlarvung der flchtig skizzierten Herren sind seine strksten Texte aus sechs Jahrzehnten versammelt, erzhlerisch, satirisch, theoretisch, immer auch autobiographisch. Gerhard Amanshauser hat den Atem fr groe Konstrukte, doch er ist auch ein Meister der kleinen und exakten Form. Sein stets origineller Blickwinkel wirft von unerwarteten Seiten Blitzlichter auf uns alle, und nicht zuletzt auf ihn selbst. Das macht dieses Buch zu einem amsanten Lesevergngen; selten zuvor waren Literatur und Philosophie so klar und wirklichkeitsbezogen. Amanshauser verweigert sich den banalen Diskursen ebenso wie dem Literaturbetrieb. Er hat nichts brig fr das Spiel der Eitelkeiten, er betreibt seine radikale und schonungslose Erforschung der modernen Gesellschaft, und nebenbei brilliert er als groer Stilist.

Coverabbildung von 'Als Barbar im Prater'

Gerhard Amanshauser - Als Barbar im Prater

Autobiographie einer Jugend

Als Barbar im Prater ist nicht nur Autobiographie, sondern auch der spannende Roman einer Kindheit und Jugend (1928?1950), die Geschichte einer ber-Lebensstrategie, geschrieben von einem, der die Menschen liebt und deshalb rechtmig als ihr schrfster Kritiker fungiert. Ob es um die Eroberung der groen Weinbeute im Gemuer der Salzburger Festung geht, um die geheime sexuelle Bedeutung des Worts Hawaii fr ein Dienstmdchen oder um den irrtmlichen Verlust einer Hakenkreuzfahne, wegen dem er 1944 zum Osteinsatz verurteilt wird: Gerhard Amanshauser hat den Blick fr das Wesentliche und deckt menschliche Schwchen ? auch die eigenen ? schonungslos auf. Durch den Tritt einer Kuh wird dem 17jhrigen die Sinnlosigkeit des Kriegs endgltig bewut. Als Barbar im Prater handelt auch von der Generation des Wirtschaftswunders, fr deren rasanten Sturzflug ins geregelte Erwerbsleben der Autor Gerhard Amanshauser nur Hohn brig hat. Er wollte zeitlebens der isolierte Denker auf dem Salzburger Festungsberg bleiben. Seine Gegenstrategien: die Skepsis und die Zurckhaltung gegenber allen ideologischen Modellen. Amanshauser verweigert sich dem Spiel der Eitelkeiten, er bleibt ein Aussteiger, dessen radikale Erforschung der modernen Gesellschaft die Qualitt jeder unangenehmen Wahrheit hat: sie schmerzt.