Titel

Gudrun Seidenauer - Hausroman

Was ein Haus erzählt: vom Leben unter einem Dach, zwischen Wänden und Türen. Und mit den Menschen geht auch die Liebe ein und aus. Da ist zum Beispiel Konrad, er ist Architekt: Als er mit Dora einzog, war sie schwanger, elf Jahre später verließ sie ihn, mit der gemeinsamen Tochter Katharina. Mit sechzehn zieht sie wieder zu ihm, er füllt den Kühlschrank auf. Und er holt das Modell der idealen Wohnanlage hervor, an dem er in den Jahren der Einsamkeit gebaut hat. Konrad sieht nicht, wie seine Tochter vor seinen Augen verschwindet, weil sie nichts isst. Er sieht aber auch Marie nicht, die Ärztin aus dem Mezzanin, die sich in ihn verliebt und Katharina nach ihrem Zusammenbruch findet. So wie diese Geschichte öffnen sich auch alle anderen Geschichten, die dieses Haus erzählt, von zwei Seiten, wie Türen, die von einem Raum zum anderen führen. Gudrun Seidenauer öffnet die Türen in einen Kosmos auf kleinem Raum, in dem Vergangenes und Gegenwart einander durchdringen. Stilistisch brillant, mit feinem psychologischem Gespür erzählt sie, was ein Haus vom Leben erzählen würde, wenn es nicht dessen stummer Zeuge wäre.

Erhältlich als

  • Hardcover
    320 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701716012
    Erscheinungsdatum: 09.10.2012
    21,90 inkl. MwSt.
  • E-Book
    320 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701743421
    Erscheinungsdatum: 09.10.2012

    Empfohlener Verkaufspreis
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Produktdetails

Autor
Gudrun Seidenauer

geboren 1965 in Salzburg, Studium der Germanistik und Romanistik, Lehrerin für Deutsch, Literatur und kreatives Schreiben, lebt in Adnet bei Salzburg. Im Residenz Verlag erschienen ihre Romane "Der Kunstmann" (2005), "Aufgetrennte Tage" (2009) und "Hausroman" (2012).

Pressestimmen

Die Salzburger Schriftstellerin weiß in ihrem dritten Roman ein Lied zu singen von der Unmöglichkeit, in Frieden miteinander auszukommen. (…) Mit staunend weit aufgerissenen Augen über das Misslingen von Gemeinsamkeit macht sie das, dass sie mit dieser sprachgenauen Sezierarbeit von Seelen heute auf weiter Flur allein steht. Dabei bleibt sie nüchtern, ungerührt. Sie lockt Zwischentöne hervor, jeder tickt nach eigenem Plan. So sieht der Gegenentwurf zum klassischen Gesellschaftsroman aus.
SALZBURGER NACHRICHTEN, Anton Thuswaldner

Gudrun Seindeauer lässt im “Hausroman“ ein Gebäude über seine Bewohner referieren – mit filmischen Schnitten, nicht ohne Pathos und doch schnörkellos. Können Steine sprechen? Hier gelingt es ihnen. (…) Seidenauer lässt das Erzählte Erzählung sein – eine gelungene, ja unterhaltsame Balance. (…) Alles in allem: In diesem Erzählhaus wohnt man während der Lektüre sehr gern.
DIE PRESSE, Wolfgang Straub

Seidenauer gelingen subtile und spannende Momentaufnahmen von Lebensschicksalen, die immer wieder um Fragen des Erzählens kreisen.
DIE FURCHE, Christa Gürtler

Ein positiver Nebeneffekt des Romans ist, dass die ruhige Art des Hauses in der Rolle des unbeteiligten Erzählers während des Lesens auf den Leser abzufärben beginnt. Gudrun Seidenauer gelingt es auf diese Weise, den Leser von seinem Alltagsstress zu entschleunigen, um sich voll auf die Geschichten und Schicksale in „Hausroman“ einzulassen.
[Quelle: Vanessa Ney, Preußische Allgemeine Zeitung]

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

Der Kunstmann

Gudrun Seidenauer - Der Kunstmann

Wir wissen schon ziemlich genau, wie einer zum Nazi wird. Aber wie verlernt man einer zu sein? Eisner ist nicht der, der er zu sein vorgibt. Als hochrangiger Mitarbeiter der SS-Organisation „Ahnenerbe“ heißt er Josef Engler. 1945 schafft er sich als Josef Eisner eine neue, humanistischen Prinzipien verpflichtete Identität. Er wird zum angesehenen Literaturwissenschaftler, der unter Ausschluß der persönlichen Geschichte die mörderischen Irrtümer seines ersten Lebens korrigieren will. Als der Betrug auffliegt, sucht sein ehemaliger Assistent Roland Klement nach Antworten. Was bedeutet es, mißtrauen zu müssen? Wohin führt es einen, der gelernt hat, die Dinge auf Abstand zu halten, wenn ihn sein Leitbild und Förderer radikal enttäuscht? Was bleibt, wenn sich die Lebensgeschichten nicht mehr zusammenfügen lassen, wenn die Annahmen, in denen man es sich eingerichtet hat, nicht mehr gelten und die Flucht in schnelle Urteile ebenso unmöglich wird wie ein Fazit? In ihrem erstaunlich souveränen Debüt gelingt es Gudrun Seidenauer, gleichermaßen distanziert und einfühlsam, sich und den Leser mit einem längst nicht aufgearbeiteten Kapitel der Vergangenheit zu konfrontieren.

Aufgetrennte Tage

Gudrun Seidenauer - Aufgetrennte Tage

Die Geschichte zweier Frauen, Mutter und Tochter, die eine gemeinsame Vergangenheit haben, aber ihre Erinnerungen nicht teilen können. "Hermann ist tot, jetzt weiß sie es wieder ganz genau." Mariannes Mann ist über die Treppe gestürzt und hat sich das Genick gebrochen – ein Unfall. Sie weiß genau, wann das war: Sie hat es sich auf einem Zettel notiert, um es nicht zu vergessen, wie sie manchmal auf das Mittagessen vergisst oder den Namen der Nachbarin oder ihre Tabletten. Marianne hat Alzheimer, sie verliert ihr Gedächtnis, nun hat sie auch noch ihren Mann verloren. "Sie weint, weil sie weiß, dass es zu spät ist, obwohl er tot ist." Ein Unfall? Friederike, Mariannes Tochter, hat Zweifel. Ist ihre Mutter zur Mörderin geworden, um sich zu befreien? Während sich Friederike durch den Tod ihres Vaters dazu gezwungen sieht, sich ihrer Mutter zu stellen, weicht diese immer weiter zurück: in eine Vergangenheit, in der sie noch Kind war und noch keine Taschen und Zettel brauchte, um nicht zu vergessen. \"Aufgetrennte Tage\" ist Gudrun Seidenauers zweiter Roman: behutsam, berührend und mit einer Einfühlsamkeit, die nie auf Kosten der sprachlichen Genauigkeit geht.

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