Home / Autoren / Evelyn Polt-Heinzl

Evelyn Polt-Heinzl

geboren 1960 in Braunau/Inn, Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Philosophie. Literaturwissenschaftlerin und Ausstellungskuratorin, zahlreiche Publikationen. Zuletzt erschienen: „Österreichische Literatur zwischen den Kriegen. Plädoyer für eine Kanonrevision“ (2012), „Bozena. Der Vorzugsschüler“ (2015) und „Erzählungen und Aphorismen“ (2015) (Hrsg.).

Bücher

Aus Franzensbad. Das Gemeindekind

Marie von Ebner-Eschenbach Evelyn Polt-Heinzl (Hg.) Daniela Strigl (Hg.) Ulrike Tanzer (Hg.) - Aus Franzensbad. Das Gemeindekind

Das vielfältige Werk der Marie von Ebner-Eschenbach mit seiner feinen Psychologie und seiner klar formulierten Gesellschaftskritik verdient eine aktuelle Lesart. Gerade die Geschichte von Pavel, dem „Gemeindekind“, der von der Gemeinschaft ausgestoßen wird, dem aber gegen alle Widerstände ein sozialer Aufstieg gelingt, ist von bestürzender Modernität. Auch das unkonventionelle Debüt der Autorin – die 1858 anonym erschienene Briefnovelle „Aus Franzensbad“ – demontiert erfrischend scharf und voller Sprachwitz den damaligen Zeitgeist. Beide Werke zeigen ihren wachen Blick für die brennenden Fragen der Zeit und ihre kritische Haltung zu den Konventionen ihres eigenen Standes.

Lotti, die Uhrmacherin. Unsühnbar

Marie von Ebner-Eschenbach Daniela Strigl (Hg.) Evelyn Polt-Heinzl (Hg.) Ulrike Tanzer (Hg.) - Lotti, die Uhrmacherin. Unsühnbar

Leseausgabe Band 2

Ein erstaunlich modernes Frauenbild ist zu entdecken: In „Lotti, die Uhrmacherin“ greift die Autorin auf ihre eigene Ausbildung als Uhrmacherin zurück. Lotti, sozial und beruflich gefestigt, wird trotz Liebesverwicklungen als unabhängige, selbstbewusste Frau geschildert. Gräfin Maria Dornach in „Unsühnbar“ hingegen scheitert als „österreichische Effi Briest“ an den ungleichen Lebensoptionen, die die Gesellschaft den beiden Geschlechtern zugesteht. Während ihr Vater wie ihr späterer Verführer ein ausschweifendes Liebesleben genießt, bedeutet eine Verfehlung für die junge Frau den Zusammenbruch ihrer ganzen Welt. Mit kritischem Witz vermisst Ebner-Eschenbach die gesellschaftlichen Handlungsspielräume junger Frauen.

Bozena. Der Vorzugsschüler

Marie von Ebner-Eschenbach Daniela Strigl (Hg.) Evelyn Polt-Heinzl (Hg.) Ulrike Tanzer (Hg.) - Bozena. Der Vorzugsschüler

Leseausgabe Band 3

Bozena gehört zu den großen starken Frauen der Weltliteratur und begründete 1875 Marie von Ebner-Eschenbachs Ruhm: Die schöne Dienstmagd mit ihrem „Paar rabenschwarzer Augen“, die „auch der mutigste Mann nicht ohne leises Grauen in Ungnaden auf sich gerichtet sah“, opfert ihr Leben der Buße für den erotischen Fehltritt, der das ihr anvertraute Mädchen ins Unglück gestürzt hat. Ebner-Eschenbach zeichnet das ergreifende Porträt einer aufrechten Frau und zugleich ein Panorama der Gesellschaft am Vorabend der 1848er- Revolution. Von der Kehrseite der Erziehung, der Überforderung durch eine mörderische Pädagogik, erzählt die brillante Novelle „Der Vorzugsschüler“ (1898), die Friedrich Torbergs „Schüler Gerber“ vorwegnimmt.

Erzählungen und Aphorismen

Marie von Ebner-Eschenbach Daniela Strigl (Hg.) Evelyn Polt-Heinzl (Hg.) Ulrike Tanzer (Hg.) - Erzählungen und Aphorismen

Leseausgabe Band 4

Die „Dorf- und Schloßgeschichten“ wie „Krambambuli“ und „Er laßt die Hand küssen“ zählen zu den bekanntesten Werken Marie von Ebner-Eschenbachs. Das Spektrum der genau beobachtenden, sozialkritischen Autorin reichte von der Künstlernovelle bis zur Adelssatire. Für viele war Ebner-Eschenbach in ihren Erzählungen, die Betty Paoli als „meisterlich erzählt, natürlich, anmutig, mit heiterem Witz“ beschrieb, auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Zum Abschluss der vierbändigen Leseausgabe versammelt der Band ihre berühmtesten Erzählungen sowie wenig bekannte und verblüffend moderne Fundstücke und ein „Best of“ der Aphorismen.

Seite drucken