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Highlights

- Chronik eines Ausnahmezustands

Residenz-Autor*innen bloggen – Tag für Tag neu. #alleswirdgut

    30. April 2020

    Kurt Kotrschal

     

    Coronablues

    Der erwischt nun selbst den gartenurlaubenden Ruheständler. Es geht ja nicht darum, wie wild in Österreich und Europe umherreisen zu müssen; aber der Unterschied zwischen nicht tun und nicht dürfen drückt immer mehr aufs Gemüt, allen gedeihenden Salatköpfen und blühenden Apfelbäumchen zum Trotz. So harrt der Fiat Ducato Camper vergeblich seines Einsatzes. Der Reisemaschine wird das freilich wurscht sein.
    Die aufgekratzte Stimmung der sechswöchigen Askeseübung verebbt, und mit ihr das naive Gefühl, dass alles besser wird im Lande. Natürlich muss einem der typische Krisenreflex des Zusammenrückens und der Solidarität gefallen, aber wie lange wird der vorhalten? Schon fährt die kleingeistige Parteipolitik wieder hoch, und auf gefährdete Wildtiere wird mehr denn je geschossen. Auch weil Wildschweine nun in der Nacht ganz legal mit Hilfe von Wärmebild-Zielgeräten gejagt werden dürfen.
    Das ist sicherlich in Ordnung, um der sich exponentiell vermehrenden Schweine Herr zu werden. Aber wer weiß, was da nun im Dunkeln gleich noch mit „weggeräumt“ wird? Eben protestierte der NÖ Jagdverband gegen ein EuGh Urteil, wonach der Frühjahrsabschuss der gefährdeten Waldschnepfen einzustellen sei, weil er gegen internationale Artenschutzabkommen verstößt. Artenschutz ist also immer noch keine Selbstverständlichkeit.
    Und was geschah mit zwei der drei Wolfsrudel im nördlichen Niederösterreich? Eine augenzwinkernde Beziehung zum Rechtsstaat ist offenbar kein Privileg der coronären Bundesregierung. Das Virus hilft nicht gegen Schlawinertum.
    Natürlich erfreuen auch positive Einsichten: So wurde durch Corona der Wert einer international vernetzten, Daten und Wissen frei austauschenden, öffentlich finanzierten Grundlagenforschung offensichtlich. Gut so, denn die Biosphäre und Menschheit bedrohenden ökologischen, epidemiologischen und politischen Traumata werden nur evidenzbasiert zu lösen sein. Dafür braucht es das volle Spektrum der Wissenschaften und die Bündelung ihrer Erkenntnisse. Egal, wie scharf die Verteilungskämpfe nun sein werden: Jedes zukünftige Sparen an der Forschung wäre fatal.
    Seltsam ist das Verhalten der Universitäten in der Krise. Obwohl beim Forschen im Labor Hygiene- und Abstandsregeln einfach einzuhalten sind und bei Freilandprojekten die Ansteckungsgefahr gegen Null geht, wurden mit dem Shutdown die Forschenden einfach ausgesperrt. Damit stellten die Unis obrigkeitliche Formalismen über die Wissenschaft als ihre eigentliche Mission. Sie verrieten die Forschenden, deren Projekte und den exzellenten Nachwuchs, dem dieser Notstopp teils Jahre kosten wird, weil man viele Projekte nicht so einfach wieder hochfahren kann. Die Botschaft ist, dass Forschung nicht wirklich essentiell sein kann, wenn man sie derart bereitwillig und ohne rational begründete Not einstellt.
    Erschreckend auch, dass sich dies die Forschenden ohne viel Protest gefallen lassen. Die intellektuelle Elite des Landes sollte als kritisches Salz der Zivilgesellschaft sachlich und politisch dazu in der Lage sein, jene Herausforderungen der Zukunft anzugehen, gegen die Covid-19 ein Mailüfterl bleiben wird. Ihr braver Konformismus lässt bezweifeln, dass sie das schaffen werden. Corona wird (irgendwann) gehen und wir werden immer noch gegen den Klimawandel, den Verlust der Biodiversität und gegen jenes obrigkeitshörige Duckmäusertum im Lande kämpfen, welches wohl Demokratie und Problemlösungsfähigkeit am meisten bedroht.

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    9. April 2020

    Kurt Kotrschal


    Auch wenn wir es schwer haben mit ihnen: Ohne Viren gäbe es keine Menschen.
    Für das unbewaffnete menschliche Auge ist Covid-19 unsichtbar. Erst Elektronenmikroskop und farbige Rekonstruktionen offenbaren die Schönheit dieses Monsters, seine elegante Funktionalität. Das Größenverhältnis zwischen Virus und Mensch ist ungefähr so wie das vom Menschen zum Planeten Erde. Bis an die Grenze zur Nichtexistenz winzig, ist es doch ein höchst manipulatives Monster: Es veranlasste besorgte Menschen, alle bisherige Regeln des Zusammenlebens außer Kraft zu setzen.
    Lächerlich eigentlich, denn Viren leben nicht, sie haben keinen Stoffwechsel und können sich nicht vermehren, außer in uns „echten“ Lebewesen, indem ihre Vermehrungsmechanismen unseren Stoffwechsel kapern. Viren sind eine minimalistische molekulare Struktur aus Erbmaterial sowie ein paar Proteinen und Lipiden, die ihre Hülle bilden; manche haben Viren nicht mal die. Viren sind die wohl extremsten Trittbrettfahrer unter den Parasiten.
    Wäre Covid-19 ein greifbares Ungeheuer, das Heer könnte es beschießen wie weiland King Kong. Wäre es wenigstens so groß wie ein Floh, man könnte es zerdrücken wie Spitzwegs armer Poet. Viren machen uns schon allein deswegen Angst, weil wir sie nicht sehen und weil sie alle unsere Verteidigungsstrategien unterlaufen – einschließlich die unseres Immunsystems. Um mit Covid-19 fertig zu werden, braucht es schon Spitzenwissenschaft, Genetik, Biochemie. Gut, dass unsere Gesellschaften bislang die Vernunft wenigstens in Form der Wissenschaften gewähren ließen!
    Aber so sehr wir Viren auch scheuen und fürchten – ohne sie gäbe es keine Säugetiere und daher auch keine Menschen. Viren ließen uns einerseits entstehen, andererseits bedrohen sie unser Leben. Wenn es Gott gibt, beliebt er ziemlich hinterhältig zu scherzen.
    Ein erheblicher Teil des menschlichen Genoms besteht aus integrierter Erbinformation von Viren. Meist von Retroviren wie Covid-19. Die enthalten RNA, die mittels der biochemischen Maschinerie unserer Körperzellen sofort in entsprechende Virenprodukte umgesetzt wird; um in die Zellkerne des infizierten Individuums aufgenommen zu werden, muss die Viren-RNA zuerst mittels eines Enzyms in entsprechende DNA umgeschrieben werden. Und weil sie so auch die Keimzellen erreicht, vererben wir diese unfreiwillig erworbene Erbinformation unseren Nachkommen. Wird sich auch Covid-19 in menschlichen Genomen einnisten, bleibende als Erinnerung an 2020?
    Allzu genau wissen wir noch nicht, was das Virengenom in uns treibt. Klar ist heute aber, dass die über Darm und Schleimhäute aufgenommen Virengenome für gewaltige Weichenstellungen in der Evolution sorgten. Eines davon ließ vor etwa 220 Millionen Jahren echte Gebärmütter – und damit Säugetiere – entstehen. Zu denen gehören bekanntlich auch wir. Die Evolution (der liebe Gott?) bediente sich also ausgerechnet der Viren, um die „Krone der Schöpfung“ hervorzubringen.
    Damit nicht genug. Unser Mikrobiom wiegt etwa 2kg, es besteht aus mehr Mikroorganismen, als unser eigentlicher Körper Zellen hat, auch aus Viren. Wahrscheinlich tun sie in unserem körpereigenen Ökosystem das, was sie sonst auch tun: Bakterien, Pilze & Co parasitieren und Erbmaterial übertragen. Menschen sind aber nicht bloß passiver Lebensraum, sondern gemeinsam mit ihrem Mikrobiom evoluiert. Das beeinflusst körperliches und seelisches Wohlbefinden, verteidigt uns auch gegen krank machende Bakterien und Viren. Ein gesunder Lebensstil in Kontakt mit Tieren und Natur hegt und pflegt es. Also: Hund streicheln, in der Erde wühlen, es mit der Körperhygiene nicht übertreiben und Antibiotika nur im Notfall nehmen. Das hält unser Mikrobiom stabil und abwehrfähig – und uns gesund und hoffentlich glücklich, Viren hin oder her.

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    2. April 2020

    Kurt Kotrschal, Scharnstein, OÖ


    Corona und die (politische) Vernunft

    Jetzt also auch noch Gesichtsmaske – trotz Vermummungsverbot. Die Maske wirkt zwar kaum gegen das Virus, wahrscheinlich soll die „Maßnahme der Woche“ aber die Leute bei der Stange halten. Weitere werden daher folgen. In der nächstwöchigen Medienaudienz wird uns die Regierung mit einer Handy-App beglücken, wetten? Tatsächlich aber führt die Politik im Moment einen heldenhaften Kampf im Sinne der Vernunft. Nicht einfach, denn Menschen sind nun mal aufgrund ihrer sozialen Natur liebend gerne irrational. Wir sollen uns einschränken wegen der doofen Kurven und Zahlen einiger Nerds? Ach was, Coronaparty!
    Warum eigentlich braucht unsere Politik ein Virus, um vernünftig zu werden? Es sei daran erinnert, dass sich genau dieselben Politiker üblicherweise gerne populistisch der Irrationalität der Leute bedienen. Eben noch diskutierten wir Kopftuch und Präventivhaft – schon vergessen?
    Und nun zeigen unsere gewählten Repräsentanten, dass sie zu einer höchst faktenorientierte Politik fähig sind, freilich in einer radikalen Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten in großzügiger Auslegung der Verfassung. Die willfährig-solidarischen Wähler und die entschlossenen Gewählten erleben jetzt, was in einer angeblich liberalen Demokratie an Machtausübung möglich ist. Gewöhnen dürfen wir uns daran nicht. Das gegenwärtige Abschmettern jeglicher Kritik und Einwände lässt allerdings ein ungutes Gefühl aufkommen. Demokratie ist das eben nicht. So ist Wachsamkeit jetzt schon angesagt. Schließlich ist der Kampf für die liberale Demokratie noch wichtiger als der gegen ein Virus.
    Ist Corona ein Türöffner für weniger Freiheit, wenn das Schlamassel vorüber ist? Das wird es erst mit einem Impfstoff sein. Bis es so weit ist, werden wir mehr oder weniger eingeschränkt und bevormundet dahinwursteln – keine gute Voraussetzung für die ebenso abstrakten wie wichtigen Werte von Verfassung und Demokratie.
    Aber wir werden wir uns danach gut daran erinnern, dass unsere Politiker dazu fähig sind, faktenbasiert zu regieren. Das immunisiert gegen Symbolpolitik und lässt echte Reformen erwarten, vor allem zur Ökologisierung von Wirtschaft und Lebensstil. Die Krise wird ein gesellschaftliches Hauen und Stechen um die knapp gewordenen Mittel auslösen; dagegen werden alle bisherigen gesellschaftlichen Verteilungskämpfe seit dem zweiten Weltkrieg Mailüfterl gewesen sein. Nicht geben darf es jedenfalls ein Zurück in die Betonvergangenheit, ein Ankurbeln der Wirtschaft ohne Rücksicht auf die Umwelt und einen Rückfall in Hilflosigkeit und irrationale Politik.      

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    27. März 2020

    Kurt Kotrschal, Scharnstein, OÖ


    Kann sie noch jemand hören, die stündlichen Virusnachrichten, gepaart mit den immer gleichen Aufrufen zum Händewaschen? Wichtige Aufklärung zwar, die aber zunehmend tätschelnd die Intelligenz beleidigt. Gibt es wirklich keine wichtigeren Ereignisse in dieser Welt als Beschaffungsvorgänge für Atemmasken? Beinahe wäre darüber Krieg zwischen den Ländern der EU ausgebrochen, und zur Abwechslung lernen wir nun, China zu lieben. Perspektivenverengung auch durch den Öffentlich-Rechtlichen.
    Begeisterung ob der ausgebrochenen Vernunft und Solidarität kippt in Grant angesichts des ganzen „Team Austria“ und „Alltagshelden“-Sozialkitsches, angesichts einer aufgekratzten Stimmung, die Corona als ersehnte Unterbrechung des Alltags und als Verheißung eines Aufbruchs in neue Zeiten sieht. Zu Ostern erlöst uns nun nicht Jesus, sondern ein Virus – geht’s noch? Na ja, Menschen haben es eben gerne positiv. Das wissen auch manche Zukunftsforscher, die nun mit einer geläuterten Welt nach Corona, samt gutem, neuem Menschen ihre Popularität aufpolieren.
    Ist nicht auch der ganz besonders schlitzohrige Beginn der Corona-Krise in Tirol typisch „Team Austria“? (Sorry, Herr Bundespräsident, ich fürchte, so sind wir!) Wie schlimm ist es eigentlich, dass der dort herrschende Filz aus Tourismus, Politik und Präpotenz augenzwinkernd die ersten Corona-Fälle unter den Tisch kehrte? Ich muss an Felix Mitterers Piefke-Saga denken; der heutige Tiroler Homo turisticus stellt sie längst in den Schatten. Alles nicht so schlimm also, abgesehen davon, dass ein paar fiebernde Barkeeper halb Österreich und Europa angesteckt haben? Who cares? Der Tiroler Landesrat für Gesundheit offenbar nicht. 
    In Sellrain wurde übrigens letztes Jahr ein Wolf ohne Kopf gefunden. Erschossen, nicht an Corona verendet; wohl aber an jener arttypischen menschlichen Präpotenz gestorben, die uns im Fall von Corona nun alle hart trifft. Sie lässt auch neue Schigebiete ohne Respekt für Natur und Vernunft immer weiter in die fragile Tiroler Bergwelt wuchern. Jagdleiter in Sellrain ist übrigens der lustige und allseits beliebte Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer.
    Grant macht zornig und das ist manchmal gut so. Fürchten tu ich mich deswegen nicht, stehen doch selbst die tapferen Tiroler Schützen wegen Corona unter Hausarrest. Irgendwie mag ich das Virus doch.

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    23. März 2020

    Kurt Kotrschal, Scharnstein, OÖ

     

    Als Ruheständler bin ich in der angenehmen Lage, dass das Virus nicht meine Existenz gefährdet – wenn es nicht doch noch den Weg in meine 67 Jahre alte Lunge findet. Als Experte auch für menschliches Verhalten beschert es mir aber nicht etwa kontemplative Ruhe, sondern Stellungnahmen, Talkshows, Interviews - so auch diesen Blog.
    Eigentlich mag ich das Virus und das gesellschaftliche Shutdown-Experiment, das es uns gebracht hat – wären da nicht die Kranken, Toten, Arbeitslosen und die ökonomischen Folgen, die wir noch lange spüren werden. Leuten wie mir, mit gewissen vermeidend-soziophoben Anteilen, beschert ein Zuviel an Sozialkontakten Stress. Dank verordneter Distanz kann ich mir nun noch besser aussuchen, mit wem ich in Kontakt trete (und mit wem nicht), und zwar unter Nutzung der Segnungen der digitalen Kommunikation; mit dem nicht unwesentlichen Wermutstropfen, dass dabei Big Brother immer mithört, beim Chatten, WhatsAppen, beim e-learning oder im digitalen Seminarraum. Die Maßnahmen unserer demokratisch gewählten Regierung treiben damit das Land viel effizienter in die digitale Kompetenz, als alle Schulungsmaßnahmen in „Friedenszeiten“ dies gekonnt hätten – aber auch noch weiter in die Überwachung durch die nicht demokratisch legitimierten Datenmonopolisten. Daran muss sich etwas ändern.
    Wie stark doch die Krise und die eindrucksvolle, wenn auch nicht astrein demokratische Leadership unserer Regierenden den Zusammenhalt im Land stärken! Hoffentlich ist es kein Strohfeuer, dass wir nun solidarisch aufeinander schauen! Solche Geborgenheit tut Menschen gut. Mein Bedürfnis nach dem „starken Mann“ hält sich zwar in engen Grenzen, aber jene 40% der Österreicher, die dieses Bedürfnis hegen, sollten nun besonders glücklich sein. Sarkasmus beiseite – das drastische Erleben der Entscheidungs- und Exekutivmacht einer liberalen Demokratie und seiner gewählten Repräsentanten sollte eigentlich das Vertrauen in ebendiese stärken – wenn der Zustand nicht zu lange andauert.
    Wir erleben saubere Luft und eine vom Lärm der Flugzeuge und Autos befreite Umwelt – und bemerken, dass uns das recht gut tut. Fazit: Es ist möglich, freilich gegenwärtig nur auf Kosten jener Wirtschaft, die unseren Wohlstand sichert. Es keimt die Hoffnung, dass der Neustart in wenigen Monaten zumindest ein wenig zum Umsteuern genutzt werden kann, von einer konzerndienlichen Wirtschaft, welche die Gewinne privatisiert, die Belastungen aber der Gesellschaft aufbürdet, zu einer Wirtschaft der Nachhaltigkeit, in der Lebensqualität nicht mehr von einem Überangebot an zivilisatorischem Firlefanz abhängt. Es braucht einen gemeinsamen Kurswechsel vom Haben in Richtung Sein. Die Hitze des kommenden Sommers wird in Europa wieder fast so viele Menschen töten wie Covid. Im Kampf gegen das Virus verändern wir drastisch Wirtschaft und Gesellschaft; es sollte uns einleuchten, dass der Kampf gegen die noch viel gefährlichere Erderwärmung zumindest denselben Einsatz erfordert. Träumen wird man ja wohl noch dürfen.
    So schillert das Covid-bedingte soziale Isolationsexperiment in vielen Facetten. Nicht alle sind positiv, zumal Einsamkeit Menschen tötet; möge das der neue Zusammenhalt abfangen. Vor allem: Lasst uns alle aus dieser Krise für die Zukunft lernen!

    Alle Autor*innen

    Buch von Kurt Kotrschal

    Coverabbildung von ""

    Kurt Kotrschal - Sind wir Menschen noch zu retten?

    Gefahren und Chancen unserer Natur

    Menschliches Verhalten treibt unsere Biosphäre in ihr heutiges Multitrauma. Doch was sind die evolutionären Grundlagen menschlichen Verhaltens? Und welcher Handlungsspielraum bleibt uns angesichts von Klimakrise und Artensterben? Auf Basis seiner Erkenntnisse zur menschlichen Natur ist sich Kurt Kotrschal sicher: Nur eine liberale Demokratie mit breiter Partizipation, Gleichstellung der Geschlechter und starker Gemeinwohlorientierung ist in der Lage, das Überleben des Menschen und des Planeten zu gewährleisten. Weder Patriarchat noch gewaltsame autoritäre Herrschaftsformen haben genug Lösungspotential, um die zahlreichen, auch radikalen Verhaltensänderungen auf individueller und auf gesellschaftlicher Ebene zu fördern, die heute notwendig sind. Noch haben wir eine Chance – nutzen wir sie!