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Titel

Klaus Theweleit - Das Lachen der Täter: Breivik u.a.

Psychogramm der Tötungslust

Vom Lachen der Killer wird in zahlreichen Fällen berichtet, aber selten wird es in seiner zentralen Bedeutung gedeutet – so die provokante These dieses Psychogramms. In den „Männerphantasien“ wagte Theweleit erstmals eine Beschreibung des gewalttätigen faschistischen Mannes und seines innerlich fragmentierten, äußerlich aber gepanzerten Körpers. Auf diese bahnbrechende Theorie greift er nun zurück, um die brutalen Mordtaten zu untersuchen, mit denen uns die Aktualität täglich konfrontiert: Anders Breivik, der selbsternannte Tempelritter, der 67 Jugendliche auf der norwegischen Insel Utøya erschießt; die Killer des „Islamischen Staats“, die grausame Köpfungen im Internet ausstellen; fanatisierte Attentäter, die die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ hinrichten; Kindersoldaten, die im Genozid an der Tutsi-Bevölkerung in Ruanda gelernt haben, zu morden und zu vergewaltigen. Ihnen allen gemeinsam ist „das Lachen der Täter“, in dem sich eine Tötungslust offenbart, die die jeweilige politische Begründungssprache nur unzureichend verbergen kann.

Erhältlich als

  • Klappenbroschur
    Aus der Reihe "Unruhe bewahren"3. Auflage
    248 Seiten
    Format: 140 x 220
    ISBN: 9783701716371
    Erscheinungsdatum: 26.03.2015
    23,00 inkl. MwSt.
  • E-Book
    Aus der Reihe "Unruhe bewahren" 3. Auflage
    248 Seiten
    Format: 140 x 220
    ISBN: 9783701744817
    Erscheinungsdatum: 26.03.2015

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    13,99 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Klaus Theweleit

geboren 1942, studierte Germanistik und Anglistik. Er ist Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Autor. Sein 1977/1978 erschienenes zweibändiges Werk „Männerphantasien“ wurde zum Bestseller, mit dem er internationale Bekanntheit errang. Theweleit lehrte am Institut für Soziologie der Universität Freiburg. 1998-2008 war er Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Mehrere Gastsemester an den US-Universitäten Dartmouth College, Santa Barbara, Charlottesville, Virginia. Veröffentlichte u.a.: Buch der Könige (3 Bände, 1988-1994), Der Knall: 11. September, das Verschwinden der Realität und ein Kriegsmodell (2002), Deutschlandfilme. Filmdenken und Gewalt (2003),Der Pocahontas Komplex (3 Bände, 1999-2013).  Zuletzt erschienen: "Das Lachen der Täter: Breivik u.a. Psychogramm der Tötungslust." (2015).

Pressestimmen

Der Pionier der Männer- und Gewaltforschung hat für sein jüngstes Buch männliche Gewaltphantasien weiter analysiert.
[Quelle: Armin Wolf, ORF ZIB 2]

Theweleit will mit den etablierten Annahmen der Täterforschung brechen und die geläufige Art, wie über Täter geredet wird, in Frage stellen.
[Quelle: Julia Encke, FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG]

Als Leser (…) ist einem ob der Grausamkeit des Geschilderten oft zum Weinen zumute. (…) Dass er die Lektüre dann doch stets von neuem zur Hand genommen hat, ist allein Theweleits enragierter Moderation, seinem schnodderig-polemischen Ton und seiner oftmals kontraintuitiven Kommentierung des Geschilderten geschuldet, die immer wieder zum Nachdenken anregt.
[Quelle: Thomas Wortmann, Freiburger literaturpsychologische Gespräche. JAHRBUCH FÜR LITERATUR UND PSYCHOANALYSE]

Der Band ist ein Vademecum für alle, die sich mit Gewalt im Alltag und der Gesellschaft auseinandersetzen wollen.
[Quelle: Klaus Ludwig Helf, EUWIS]

Unverdrossen erforscht Theweleit seit über vier Jahrzehnten den Komplex der Gewalt. In seinem neuen Buch beobachtet Theweleit einen paradoxen Gegenstand: lachende Killer.
[Quelle: Christiane Hoffmans, DIE WELT AM SONNTAG]

Das "Lachen der Killer" ist ein politisches Buch, das heißt, es ist pädagogisch und therapeutisch. Theweleit glaubt an die Normalität, ans Individuum und seine Geschlossenheit. Und an Bob Dylan: "While others say don't hate nothing at all except hatred."
[Quelle: Fritz Göttler, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG]

Gegen das Vergessen eines außergewöhnlichen Werks, gegen das Ignorieren einer der eigenständigsten und unangepassten Intellektuellen, die wir haben.
[Quelle: Frank Hertweck, DEUTSCHLANDFUNK – BÜCHERMARKT]

Man hat das Gefühl, einem guten Freund zuzuhören, dem viel daran gelegen ist, einem durch diese schrecklichen Zeiten hindurchzuhelfen. Ein grandioses Buch.
[Quelle: Iris Hanika, BERLINER ZEITUNG]

… Darin geht es um die Frage, was Menschen zu Massenmördern oder Terroristen macht, die töten, foltern, vergewaltigen. Theweleit liefert einige Antworten …
[Quelle: Guido Kleinhubbert, DER SPIEGEL]

Wer Das Lachen der Täter aufmerksam liest, findet darin reichlich Anregung für den notwendigen Umbau der Welt. Damit den Tätern das Lachen im Halse stecken bleibt.
[Quelle: Michael Girke, FREITAG]

Ein ausführlicher und äußerst ungemütlicher Brandbrief, der zur Pflichtlektüre für alle werden sollte, die mit Menschen zu tun haben. (…)
„Das Lachen der Täter“ ist harter Stoff in jeder Beziehung. Gut so. Nach der Lektüre ist einem die ganze „Fun! Fun! Fun!“-Kultur endgültig vergällt.
[Quelle: Pieke Biermann, DEUTSCHLANDRADIO]

So ist das „Das Lachen der Täter“ ein lesenswerter und notwendiger Einspruch gegen die Bagatellisierung des Bösen und der Lust – und vor allem: der Lust am Bösen.
[Quelle: Uli Krug, JUNGLE WORLD]

Sprunghaft und assoziativ bewegt er sich durch ein umfangreiches Recherchefeld und bekommt doch klare Konturen in sein tief pessimistisches Bild von der „Tötungslust“. Sie liegt verborgen und abrufbar unter der dünnen Haut der Zivilisation.
[Quelle: Rainer Schaper, SRF 2 KULTUR]

… es ist gut, daß einmal jemand dieser furchtbaren Blutspur nachgegangen ist.
[Quelle: TITANIC]

…eine so brillante wie bestürzende Kulturgeschichte der Tötungslust.
[Quelle: Thomas Kliemann, GENERAL−ANZEIGER]

Wie in anderen Theweleit-Büchern entsteht beim Lesen ein Sog. Die Theorie-Passagen zwischendurch ziehen noch weiter rein. In ihnen entwirft Theweleit ein – wie der Untertitel des Buches heißt – Psychogramm der Tötungslust.
[Quelle: Thomas Steiner, BADISCHE ZEITUNG]

Die Psycho-Profile im Lachen der Täter sind Theweleits Update des legendären Erstlings Männerphantasien. Und wie dieser, erschüttert „Das Lachen der Täter“ zwar schon in den oft grotesken einzelnen Beispielen, besonders aber in der geballten Häufung, vor allem, weil das Böse nicht dämonisch ist und ganz anders als wir, sondern weil viele der Täter in vielen Aspekten uns so verstörend ähneln.
[Quelle: Eike Gebhardt, SWR 2 DIE BUCHKRITIK]

Theweleits Buch besticht durch spannende Hintergrundinformationen (…). Die Debatte über Gewalt zu führen, regt er durch eine inspirierend-metaphorische, nicht einem spezifischen Vokabular verpflichtete Sprache, aber auch durch unmittelbar vor das Grauen stellende Schilderungen äußerster Gewalt eindringlich an.
[Quelle: Frank Müller, PSYCHE]






 

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