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Titel

Najem Wali - Im Kopf des Terrors

Vom Töten mit und ohne Gott

Eine kritische Kulturgeschichte des Terroristen, der sich auf Gott beruft und ihn durch seine Taten leugnet. Aus der Reihe "Unruhe bewahren" in Kooperation mit der Akademie Graz und DIE PRESSE

Wenn Terroristen in Paris in die Menge schießen und Dutzende Menschen ermorden, wenn die Tugendwächter der Französischen Revolution Tausende enthaupten lassen, um „aufklärerische Ideale“zu verwirklichen, aber auch wenn Dostojewskis „Dämonen“ morden, weil ihr Nihilismus ihnen jedes moralische Empfinden raubt – was geht dann in ihnen vor? Warum machen sich Menschen zu Herren über Leben und Tod – und damit zu Gott? Auch wenn sie sich auf Gott oder ein politisches Ideal berufen, so Walis provokante These, dann gilt in Wahrheit genau das Gegenteil: Was all diese Mörder antreibt, ist die Faszination der Gewalt, das Gefühl absoluter Macht, der Wunsch, tödliche Angst zu verbreiten und das soziale Fundament des Vertrauens zu zerstören.

Erhältlich als

  • Klappenbroschur
    Aus dem Arabischen übersetzt von Markus Lemke. Aus der Reihe "Unruhe bewahren"
    160 Seiten
    Format: 140 x 220
    ISBN: 9783701734023
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016
    20,00 inkl. MwSt.
  • E-Book
    Aus dem Arabischen übersetzt von Markus Lemke Aus der eihe "Unruhe bewahren"
    160 Seiten
    Format: 140 x 220
    ISBN: 9783701745395
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016

    Empfohlener Verkaufspreis
    13,99 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Najem Wali

geboren 1956 im irakischen Basra, wurde als anders Denkender inhaftiert und gefoltert. Er flüchtete 1980 nach Ausbruch des Iran-Irak-Kriegs nach Deutschland. 1988 Abschluss des Germanistikstudiums in Hamburg und anschließend Studium der spanischen Literatur in Madrid. Er war langjähriger Kulturkorrespondent der arabischen Tageszeitung Al-Hayat und schreibt regelmäßig u. a. für die Süddeutsche Zeitung, die NZZ, die taz und den Spiegel. Er veröffentlichte zahlreiche Romane und Erzählungen. Zuletzt erschien sein Roman „Bagdad Marlboro“, für den er den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2014 erhielt, sowie „Bagdad. Erinnerungen an eine Weltstadt“ (2015). Wali lebt als freier Schriftsteller und Journalist in Berlin. Zuletzt bei Residenz erschienen: "Im Kopf des Terrors" (2016).

Pressestimmen

Der Publizist Najem Wali geht dem Wesen des Bösen, den Motiven des Tötens nach und durchstreift dabei Vergangenheit, Gegenwart und Literatur(…) Tiefsinnig, reichhaltig, fast überbordend, dabei erstaunlich eingängig in seiner Lektüre.
[Quelle: Susanne El Khafif, DEUTSCHLANDFUNK]

Dieses Buch, das „Vom Töten mit und ohne Gott“ (so der Untertitel) handelt, öffnet dem Leser die Augen darüber, dass es keine Rechtfertigung für Gewalt gibt. Wie im Anfangszitat erkennbar, reicht der Terror weit in die Geschichte zurück und ist nicht erst in den letzten Jahrzehnten entstanden. „Im Kopf des Terrors“ ist besonders in unserer Zeit ein wichtiges Buch, das unbedingt gelesen gehört (...).
[Quelle: Bettina Armandola, BOOKREVIEWS]

Der Autor Najem Wali arbeitet anhand literarischer Werke wie Dostojewskis „Die Dämonen“, der Französischen Revolution oder der Entstehung des Wahhabismus in Saudi-Arabien eine provokante Quintessenz des Terrors heraus: Das Böse ist ein Instinkt, während das Gute eine erworbene Haltung ist. Ein wichtiges Buch.
[Quelle: C. Grüll, KIRCHENZEITUNG]

Wali zeigt, dass unser Blick auf die Terroristen eingeschränkt ist.
[Quelle: NEWS]

Najem Wali, Im Kopf des Terrors, erhält von mir das Prädikat: Unbedingt lesenswert!
[Quelle: Herbert Gnauer, Literadio]

Wali (zeigt) die Seite der Medaille, über die in der Öffentlichkeit gerne geschwiegen wird und die deshalb verdient, in die Debatte (…) hineinreklamiert zu werden.
[Quelle: Kirstin Breitenfellner, FALTER]

Man merkt, dass der Autor Literatur studiert hat, denn nicht nur kennt er viele Beispiele aus Romanen, seine Sprache ist auch eine literarische, die das entsetzliche Thema erträglich macht.
[Quelle: Rüdiger Opelt]

Unabhängig davon, ob man Wali in seiner Argumentation folgen will, ist der Essay gut geschrieben und ein wichtiger Beitrag in einer Debatte, die uns leider noch einige Zeit beschäftigen wird.
[Quelle: Oliver Herzig, XING]

Ein lohnendes Eintauchen.
[Quelle: KIRCHENZEITUNG]

Sein Schluss, das Böse sei ein Instinkt, während der Wille zum Frieden eine erworbene Haltung sei, ist jedoch bemerkenswert und verlang nach genauerer Betrachtung, die der Autor mit der literarischen Herleitung anregen will.
[Quelle: Jonathan Werner, BIBLIOTHEKSNACHRICHTEN]

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