Titel

Gernot Wolfgruber - Herrenjahre

Roman

Nach seinen Lehrjahren in der Tischlerei erfüllen sich Bruno Melzers Hoffnungen auf die angeblichen „Herrenjahre“ nicht. Der Traum von der Unabhängigkeit erweist sich für ihn als rasch brüchig werdende Utopie. Ein schmerzhafter Prozess der Desillusionierung begleitet seine eintönige Arbeit am Fließband einer Möbelfabrik. Den letzten Rest scheinbarer Freiheit verliert er, als eine Zufallsbekanntschaft von ihm ein Kind erwartet. Doch Wolfgrubers berühmt gewordener Roman schildert mehr als den Lebenslauf des Arbeiters Melzer, er bildet in bis heute gültiger Weise gesellschaftliche Zustände ab, die zugleich Denk- und Sprachzustände sind.

Erhältlich als

  • Hardcover
    360 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701716616
    Erscheinungsdatum: 16.07.2015
    22,90 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Gernot Wolfgruber

geboren 1944 in Gmünd (Niederösterreich). Nach einer abgebrochenen Lehre als Textildrucker und Schriftsetzer war er als Hilfsarbeiter und Programmierer tätig. Nachdem er seine Matura auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt hatte, schloss er 1979 ein Studium der Publizistik und Politikwissenschaft in Wien mit der Promotion ab. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Wien. Zuletzt bei Reisdenz erschienen: "Herrenjahre" (2015).

Pressestimmen

Die Neuauflage ist wärmstens zu empfehlen. Wer die 1960er Jahre erlebt hat, wird sie an vielen charakteristischen Details des Alltags wiedererkennen. Wer jünger ist, bekommt Einblick in eine Epoche, die bereits historisch geworden ist.
[Quelle: Renate Langer, BIBLIOTHEKSNACHRICHTEN]

„Herrenjahre“ ist ein „Feel bad“-Buch. Es deprimiert, verstört, wie die Filme von Haneke oder Seidl. Und doch habe ich das Buch in zwei Tagen ausgelesen, was für Wolfgrubers schriftstellerische Qualitäten spricht; schade, dass dieser Autor seit vielen Jahren verstummt ist. In Summe: ein lesenswerter Klassiker der österreichischen Gegenwartsliteratur – und der Tristesse.
[Quelle: XING, Oliver Herzig]

Die „Herrenjahre“ sind Hardcore – allerdings abseits jeglichen nihilistischen verzweiflungsfrohen Schicks.
[Quelle: Klaus Nüchtern, FALTER]

„Herrenjahre“ ist auf merkwürdige Weise ein sentimentaler, auch ideologischer Roman, allerdings mit großer Meisterschaft geschrieben. Alle gegenwärtige Gesellschaftskritik schaut daneben blass aus. Das Gefasel der Zeitgenossen vierzig Jahre nach Entstehung dieses Buches über Neokapitalismus wirkt wie die geballte Wut eines Pensionisten-Vereins. Gernot Wolfgruber hat mit „Herrenjahre“ nicht nur ein „Grundbuch“ der 2. österreichischen Republik geschrieben, es ist bis heute ziemlich spannend zu lesen. Dass es aus 1976 stammt, merkt man ihm in keinem Moment an.
[Quelle: Erich Klein , Ö1 Ex Libris]
 

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