Titel

Martin Behr (Hg.) Daniela Bartens (Hg.) Gerhard Roth (Fotos) - Spuren

Aus den Fotografien von 2007 bis 2017

In seinen aktuellen digitalen Bildern erforscht Gerhard Roth die Mikrostrukturen des Lebens in der Peripherie: Rinde, Rost, Schimmel, Eis, Holz, Pilze, ein alter Eisenbahnwaggon und noch vieles mehr: Diese neuen Bilder sind aus extremer Nähe aufgenommen und bisweilen am Computer nachbearbeitet. Sie geben die Oberflächenstrukturen der Dinge wieder, durch die Fokussierung auf das Detail wird das Bekannte und Konkrete abstrakt. Die ausschnitthafte, intensivierte Realität kündet vom Sich-Auflösen der Form, erinnert an sinnliche Farblandschaften aus der bildenden Kunst. Der Fotograf Gerhard Roth macht die Schönheit im Alltäglichen sichtbar, seine Bilder bleiben – ebenso wie Lyrik – mehrdeutig: Sinnsuche in der Welt des Kleinen, des Unvollkommenen und Fragmentarischen.

Erhältlich als

  • Hardcover
    unter Mitarbeit von Senta Roth mit zahlreichen Abbildungen
    160 Seiten
    Format:254 x 280
    ISBN: 9783701734245
    Erscheinungsdatum: 06.12.2017
    25,00 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Martin Behr (Hg.)

geboren 1964 in Graz. Er hat Kunstgeschichte studiert und arbeitet seit 1982 bei den Salzburger Nachrichten. Zuletzt erschienen (Hrsg.): "Spuren" (2017).

Daniela Bartens (Hg.)

geboren 1962, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Franz-Nabl-Institut für Literaturforschung der Universität Graz. Zahlreiche Publikationen zur österreichischen Gegenwartsliteratur. Zuletzt erschienen (Hrsg.): "Spuren" (2017).

Gerhard Roth (Fotos)

geboren 1942 in Graz, lebt als freier Schriftsteller in Wien und der Südsteiermark. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke, darunter den 1991 abgeschlossenen siebenbändigen Zyklus „Die Archive des Schweigens“. Anschließend erschienen die acht Bände des „Orkus“-Zyklus. Seit Mitte der 70er Jahre hat Gerhard Roth auch die südsteirische Landschaft und ihre Bewohner in analogen Fotografien festgehalten. Für sein Werk wurde Gerhard Roth mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis. Sein aktueller Fotoband beim Residenz Verlag: "Spuren"

Pressestimmen

Zauber des Übersehenen. In seinem neuen Bildband sucht der Schriftsteller und Fotokünstler Gerhard Roth nach den Mikrostrukturen des Alltäglichen.
[Quelle: Florian Gasser, DIE ZEIT]

Das Übersehene im Blick
[Quelle: Bernd Melichar, KLEINE ZEITUNG]

Jahrelang habe er mit seiner Kamera „nach dem Zauber des Übersehenen“ gefahndet, sagt Roth im Buch. Mit seinen Bildern zeigt er, dass er es dort gefunden hat, wo man es nicht vermutet hätte. Sehenswert.
[Quelle: NEWS]

Der Schriftsteller Gerhard Roth macht in seinen neuen Fotos eine andere Wirklichkeit sichtbar. (…) Neue Fotos des Schriftstellers mikroskopieren das Alltägliche. Das Übersehene.
[Quelle: Peter Pisa, KURIER]

Der genaue Blick fürs Detail. Dass Gerhard Roth einer der interessantesten und vielschichtigsten österreichischen Autoren ist, steht außer Zweifel. Dass er auch als Fotograf als akribischer Erkunder seiner Umwelt agiert, stellt er gerade im Literaturhaus mit der Schau „Spuren“ unter Beweis. (…) An seine Fotografien geht Gerhard Roth ähnlich genau heran wie an die Recherchen für seine Bücher.
[Quelle: M. Reichart, KRONEN ZEITUNG]

Ein bildmächtiger Ansatz des Wortgewaltigen, gewiss kein innovatives Meisterwerk, aber ein sinnlich-ästhetisches Foto-Schau-Vergnügen, das man sich in gut ausgebauten modernen Fotokunstbeständen wünschen würde.
[Quelle: Klaus-Peter Preußer, EKZ]

In seinem neuen Band, „Spuren“, versammelt er Detailaufnahmen abstrakter Muster, die sich in der Natur gebildet haben – veritable Spuren natürlicher Vorgänge, die normalerweise keinen Blick wert sind. Dabei geht nicht selten der Mikrokosmos in den Makrokosmos über – die Luftblasen und Oberflächenstrukturen im Eis erinnern an Spezialaufnahmen der unermesslichen Fülle von Sternen im Kosmos. Erstmals hat Roth manche seiner Aufnahmen digital bearbeitet, was etwas in teils rätselhaften, teils bizarren Farbfotos resultierte, die eine besondere visuelle Poetik entwickeln und den Zauber des Übersehenen beschwören.
[Quelle: U. S., WIENER ZEITUNG]

Dieses Mal hat der Autor (…) einen wunderbaren Bildband vorgelegt, herausgegeben von Daniela Bartens und Martin Behr, in dem er sich als passionierter Fotograf auf die „Spuren“ – so lautet auch der Titel (…) – kleiner und kleinster Veränderungen in der Natur begibt.
[Quelle: KRONEN ZEITUNG]

Gerade weil Roth nicht nach dem Spektakulären, dem Witzigen oder dem Absurden sucht, sondern Alltäglichkeiten ins Zentrum seiner Bildwelten und Serien stellt, sind diese Fotografien so spannend. Durch den Fokus auf an sich Unbedeutendes entsteht eine neue spannende Perspektive. (…) Der Künstler dockt damit nicht nur an die fotografische Tradition von Großmeistern wie Walker Evans an, sondern auch an das eigene Medizinstudium.
[Quelle: Wolfgang Kühnelt, HAUBENTAUCHER.AT]

Ein beeindruckendes Gesamtkunstwert.
[Quelle: WESTDEUTSCHE ZEITUNG]

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1976 fuhr Gerhard Roth zum ersten Mal nach Gugging, in die Landesnervenheilanstalt nahe Wien, um den Leiter Leo Navratil und den Dichter Ernst Herbeck zu besuchen. Herbeck lebte in Gugging, mit anderen Patienten, die wie er an chronischen psychischen Erkrankungen litten, später wurde dort das so genannte „Haus der Künstler“ eingerichtet. Es war der Auftakt für eine tiefgreifende Auseinandersetzung, die bis heute anhält und Gerhard Roth stark geprägt hat. In der Folge besuchte er sie alle und immer wieder: August Walla, Johann Hauser, Oswald Tschirtner, heute ohne Ausnahme Künstler von Weltruf, aber auch die Vertreter der „zweiten Generation“ wie Arnold Schmidt, Karl Vondal, Leonhard Fink u.a. Roth war nicht nur von ihrer Kreativität beeindruckt, sondern auch von den Persönlichkeiten der Künstler und der Einheit von Leben und Werk, die er in ihnen erkannte. Dieses Buch dokumentiert eine bereits 35 Jahre dauernde Begegnung: mit zahlreichen Abbildungen der Künstler und ihrer Werke sowie Texten von Gerhard Roth über ihr Leben und ihre Bilder. Mehr als 300 seiner Fotografien zeigen sein tiefes Verständnis für das Leben und Schaffen dieser aussergewöhnlichen Menschen.

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