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Titel

Martin Pollack - Topografie der Erinnerung

Die wichtigsten Reden und Aufsätze des brillanten Essayisten Martin Pollack erstmals in einem Band: Sie widmen sich so unterschiedlichen Themen wie dem Massaker von Rechnitz in den letzten Kriegswochen, den Wiener „Reibpartien“, bei denen Juden unter dem Beifall der Bevölkerung die Straßen waschen mussten, dem Mythos Galizien, der polnischen und ukrainischen Nachkriegsgeschichte oder auch der Verstrickung seiner eigenen Familie in den Nationalsozialismus. Immer ist Pollacks Blick scharf und kritisch, immer richtet er sich gegen das bequeme Vergessen. Und immer stellt er die zentrale Frage der Geschichtspolitik: Wie können und müssen wir heute mit dieser Erinnerung umgehen?

Erhältlich als

  • Hardcover
    mit zahlreichen Abbildungen
    176 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701716487
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016
    22,00 inkl. MwSt.
  • E-Book
    mit zahlreichen Abbildungen
    176 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701745289
    Erscheinungsdatum: 01.03.2016

    Empfohlener Verkaufspreis
    15,99 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Martin Pollack

geboren 1944 in Bad Hall. Studium der Slawistik und osteuropäischen Geschichte. Übersetzer polnischer Literatur, Journalist und Autor, 1987– 1998 Korrespondent des SPIEGEL in Wien und Warschau. Zahlreiche Preise, u. a. den Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (2007) und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2011). Lebt im Südburgenland und in Wien. Zuletzt erschienen: „Der Tote im Bunker. Bericht über meinen Vater“ (2004), „Wer hat die Stanislaws erschossen? Reportagen“ (2008), „Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien“ (2010), „Kontaminierte Landschaften“ (2014), „Topografie der Erinnerung“ (2016).

Pressestimmen

Mit seinem Essayband zeigt Martin Pollack, wie eindrucksvoll sich Politik, Geschichte und Literatur, Zeugen- und Autorenschaft verbinden lassen.
[Quelle: Ö1 Morgenjournal]

Immer wieder stellt Martin Pollack die zentrale Frage der Geschichtspolitik: Wie können und müssen wir heute mit dieser Erinnerung umgehen? (…) Die dem Text entsprechenden Schwarzweiß-Fotografien im besonders schön gestalteten Buch unterstreichen das Geschriebene nochmals auf ergreifende Art und Weise. Schon das Covermotiv (…) verstört und irritiert, macht aber neugierig auf die Essays des außerordentlichen Erzählers.
[Quelle: Begründung der Jury bei der Auszeichnung der schönsten Bücher Österreichs]

Ein Erinnerungsarbeiter ersten Ranges.
[Quelle: ORF]

Martin Pollack schreibt ungeheuerliche Texte. Sie zeugen von einem bösen Erbe. (...) Zu Pollacks glasklarem Stil kommt, dass er etwas zu sagen hat. Das macht aus seinen nichtfiktionalen Texten große Literatur.
[Quelle: Dominika Meindl, FALTER]

Eine eindrückliche Warnung vor dem Verdrängen und vor dem Vergessen.
[Quelle: Wolfgang Beyer, ORF ZiB]

Eine facettenreiche zeitgeschichtliche Aufarbeitung mit aktueller Brisanz, brillant zu lesen und erschütternd zugleich.
[Quelle: Jutta Kleedorfer, BIBLIOTHEKSNACHRICHTEN]

Pollacks neuer Band ist ein eindrucksvoller Beweis seiner essayistischen Fähigkeiten, vor allem aber des genauen und geduldigen Blickes, der jenen Geschichten nachspürt, die wenig präsent und mitunter auch zu wenig plakativ sind.
[Quelle: Julius Schlögl, FM5]

Martin Pollack schreibt in einer einfachen, klaren, eleganten, aber auf keinen Fall simplen Sprache. Er findet immer wieder neue Einstiegspunkte in die gleichen Themen, die ihn mittlerweile seit Jahrzehnten bewegen, ohne dabei langweilig oder belehrend zu werden.
[Quelle: Elisabeth Binder, janetts meinung]

Große Geschichte im Kleinen. Auf der einen Seite die offizielle Geschichtsschreibung. Auf der anderen Seite die individuelle Erinnerung. In diesem Spannungsfeld schreibt der Autor, Journalist und Übersetzer Martin Pollack. Seine Reden und Aufsätze kreisen um zeitgeschichtliche Themen, immer inspirierend, immer verwoben mit etwas sehr Persönlichem – eine Geschichte, eine Begegnung oder ein Gedanke.
[Quelle: Christine Grüll, KIRCHENZEITUNG DIÖZESE LINZ]

In seinem Essayband „Topografie der Erinnerung“ unternimmt Martin Pollack feinnervige Grabungen in den Erinnerungen. Beharrlich arbeitet er sich zu den verschatteten Zonen der Geschichte vor.
[Quelle: Nico Bleutge, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG]

Den Gespenstern der Vergangenheit offen begegnen will Martin Pollack und er tut es engagiert und in bestem literarischen Stil.
[Quelle: Dr. Rüdiger Opelt, amazon.de]

Martin Pollack vermisst das nahe und doch manchmal fern scheinende Zentraleuropa. In seiner „Topographie der Erinnerung“ fördert er dessen Geschichte in Geschichten zutage, die allzu oft keine angenehme, aber immer eine intellektuell anregende Lektüre bieten.
[Quelle: Stephan Stach, FAZ]

Ein großes Lebenswerk als Hintergrund wird hier sehr persönlich und anrührend resümiert: Journalismus muss auch Erinnerungsarbeit sein.
[Quelle: Wolfgang R. Langenbucher, DER ÖSTERREICHISCHE JOURNALIST]

Pollack is clearly trying to educate Austrians to be more critical of their past and to be more open-minded to people with different backgrounds. These essays provide interesting food for thought for any scholar working on these topics.
[Quelle: Joseph W. Moser, JOURNAL OF AUSTRIAN STUDIES / UNIVERSITY OF NEBRASKA PRESS]


 

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An die offiziellen Opfer des 20. Jahrhunderts erinnern Mahnmale und Kriegerdenkmäler. Doch wo gedenken wir der Tausenden namenlos gewordenen, heimlich verscharrten Toten – Juden oder Roma, Antikommunisten oder Partisanen? Wie leben wir in Landschaften, die kontaminiert sind mit den unzähligen vertuschten Massakern Mitteleuropas – im burgenländischen Rechnitz genauso wie im slowenischen Kocevski Rog oder in Kurapaty bei Minsk? Martin Pollack geht es um das schonungslose, aber sorgsame Zeichnen einer anderen, wahrhaftigeren Landkarte unseres Kontinents. Einer Landkarte, in der Erinnerung und Verortung an die Stelle vergifteter Geheimnisse und anonymer Gräber treten. Aus der Reihe "Unruhe bewahren"

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