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Titel

Manfred Wieninger - 223 oder Das Faustpfand

Ende April 1945 stranden hunderte jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn auf dem Todesmarsch Richtung Mauthausen in Persenbeug an der Donau. Die Front im Osten wie im Westen ist nahe wie das Ende des Krieges. In Wien ist bereits die Zweite Republik ausgerufen, Adolf Hitler ist tot, da überfällt ein Rollkommando der SS das Auffanglager und richtet in einer Nacht- und Nebelaktion ein Blutbad an – 223 Menschen sterben. Kaum jemand will etwas gesehen oder gehört haben, trotzdem beginnt Revierinspektor Franz Winkler, stellvertretender Kommandant auf verlorenem Posten in der Provinz, zu ermitteln. Er riskiert seinen Kopf, um seine Haut zu retten. Wird ihm das auch mit den neun Überlebenden des Massakers gelingen? Manfred Wieninger dokumentiert in der Balance zwischen Bericht und Fiktion einen einzigartigen Fall österreichischer Kriminalgeschichte. Er macht aus Geschichte eine Geschichte, in der die Opfer Namen haben.

Erhältlich als

  • Hardcover
    250 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701715800
    Erscheinungsdatum: 06.03.2012
    21,90 inkl. MwSt.
  • E-Book
    250 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701742806
    Erscheinungsdatum: 06.03.2012

    Empfohlener Verkaufspreis
    7,99 inkl. MwSt.
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Produktdetails

Autor
Manfred Wieninger

geboren 1963 in St. Pölten, wo er auch lebt. Studium der Germanistik und Pädagogik. Essays und Reisereportagen für Literatur und Kritik, Wiener Zeitung, Datum u.v.a. Manfred Wieninger ist Verfasser einer bisher siebenteiligen Krimi-Reihe mit dem schrägen „Diskont-Detektiv“ Marek Miert, der in einer fiktiven ostösterreichischen Bezirksstadt namens Harland sein Wesen und Unwesen treibt, zuletzt: „Der Mann mit dem goldenen Revolver“. 2012 erschien sein zeitgeschichtlicher Roman „23 oder Das Faustpfand“, für den er mit dem Theodor-Kramer-Preis ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschienen: "Aasplatz. Eine Unschuldsvermutung" (2018).

Pressestimmen

Manfred Wieninger erzählt eine wahre Geschichte im nüchternen Protokollstil, er lässt die Originalzitate für sich sprechen, verschränkt behutsam Fiktion mit Tatsachen und gibt den Opfern ihre Namen und Biographien zurück.
DIE ZEIT, Ingeborg Sperl

Manfred Wieninger erzählt einen ungelösten Fall nach. Er ist dabei angesichts der besonderen Grausamkeit und Kaltblütigkeit des Verbrechens nicht der Versuchung erlegen, einen Kriminalroman mit historischem Setting daraus zu machen, wie es derzeit in Mode ist. Der Autor weiß zwar auch nicht, wer die Täter waren, aber es gelingt ihm, an die Opfer zu erinnern und ihnen Namen und eine Stimme zu geben. Man würde sich wünschen, dass dieses fast gänzlich pathos­freie Buch bald als Schullektüre zum Einsatz gelangt.
FALTER, Sebastian Fasthuber

Dokumentation, Literatur, Faktum und Fiktion - in jedem Fall eine nachdrückliche Lese-Empfehlung.
Buchkultur

Manfred Wieninger hat nicht nur einen tief beeindruckenden Roman, er hat auch ein Manifest gegen Hass und Gewalt geschrieben. DANKE!
literatur-blog.at

Mit "223 oder Das Faustpfand" hat er nun ein tatsächlich geschehenes Verbrechen zum Gegenstand seines neuesten Buches werden lassen, wobei er die historischen Unterlagen behutsam bearbeitet und durch fiktionale Passagen ergänzt hat, so dass ein authentischer, gleichzeitig literarisch beachtlicher und anrührender Roman entstand.
bücherrezensionen.org

Wenn ein Buch wie "223" die Gegenwart nur etwas beeinflussen oder sogar ein klein wenig ändern könnte, wäre viel erreicht!
arcor.de, Thomas Lawall

Wieninger beschreibt die Vermischung von Alltag und Grauen, es ist ein nüchternes Buch, nicht ohne Hoffnung, aber eben so nüchtern, wie man schreiben kann, wenn es einen graut. Ein Krimi? Genau das. Ein Krimi auf das reduziert, was ihn letztlich ausmacht. Auf das Leben, wie es in den Akten steht und noch einmal gelebt wird, wenn sich jemand wie Manfred Wieninger des Falles annimmt.
hinternet.de

Als eine Art Literaturmahnmal, das die Erinnerung an die Ereignisse vor mehr als sechs Jahrzehnten zu bewahren versucht, ehe sie endgültig verblasst, kommt „223“ besondere Relevanz zu.
profil, Wolfgang Paterno

Ein bedeutendes Buch. Kenntnisreich und mit verhaltener sprachlicher Brillanz. Manfred Wieninger hat ein feines Gespür dafür, daß wir unter straflos gebliebenen Mördern und deren Nachkommen leben. Es ist ein spannendes Buch, das man ungern aus der Hand legt, ehe man es ausgelesen hat.
Zwischenwelt, K. Kaiser

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

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Eine Unschuldsvermutung

Kapfenberg, Steiermark, 1957: Im Zuge eines Sorgerechtsstreits zeigt Anna Koinegg den Vater ihres Kindes, einen ehemaligen Waffen-SS-Mann, als Judenmörder an. Der deutsche Soldat soll Anfang 1945 in Jennersdorf an der Erschießung von 29 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern beteiligt gewesen sein. Doch die politischen Zeichen stehen auf Verdrängung und die Anzeige landet im Giftschrank, bis sich 1966 die deutsche Behörde einschaltet und der Akt beim Kriminalbeamten und ehemaligen Spanien-Kämpfer Hans Landauer auftaucht. Gemeinsam fahren die Mannheimer Juristen und der unliebsame Wiener Inspektor nach Jennersdorf, um die Mauer des Schweigens zu brechen und die Spuren eines Massakers zu finden, an das sich keiner mehr erinnern will…

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