Home / Gesamtverzeichnis / Wenn ich wir sage
Coverabbildung von "Wenn ich wir sage"

Michael Köhlmeier - Wenn ich wir sage

Ein kluges Buch über die Sprengkraft eines kleinen Wortes – über das Wir, das ausgrenzt, und das Wir, das uns alle einschließen kann

Michael Köhlmeiers Nachdenken über das Wir ist ein Plädoyer für eine offene Gemeinschaft. Das Wir kann wohltun, weil es dem einsamen Ich eine Heimat bietet und eine Ahnung, woher es kommt. In dieses Wir kann integriert werden. Es ist dem Ich nahe, es erzählt Geschichten. Aber das Wir ist auch eine Uniform, die man anlegen kann. Jeder kann diesem Wir zum Feind werden, es macht uns zu Opportunisten, zu Rechthabern. Dieses militärische Wir erzeugt Mythen, um Ideologien zu sanktionieren. Doch wie wird aus dem einen das andere Wir, aus intimster Familiengeschichte eine Begeisterung, für etwas zu töten und zu sterben, das niemand je gesehen hat? Und was lässt sich gegen diese Verwandlung tun? Intensiv befragt der große Erzähler Michael Köhlmeier die Doppelgesichtigkeit des Wir.

Erhältlich als

  • Klappenbroschur
    Aus der Reihe "Unruhe bewahren"
    96 Seiten
    Format: 140 x 220
    ISBN: 9783701734849
    Erscheinungsdatum: 24.09.2019
    18,00 inkl. MwSt.
  • E-Book
    Aus der Reihe "Unruhe bewahren"
    96 Seiten
    ISBN: 9783701746279
    Erscheinungsdatum: 24.09.2019

    Empfohlener Verkaufspreis
    12,99 inkl. MwSt.
Bestellen

Produktdetails

Autor
Michael Köhlmeier

geboren 1949 in Hard am Bodensee, lebt als freier Schriftsteller in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Zahlreiche Veröffentlichungen, sehr erfolgreich als Erzähler antiker und heimischer Sagenstoffe und biblischer Geschichten. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. Rauriser Literaturpreis (1983), Manès-Sperber-Preis (1995) und Anton-Wildgans-Preis (1996). Zuletzt erschienen: Der Mann, der Verlorenes wiederfindet (2017). Bei Residenz erschienen: "Wenn ich wir sage" (2019).

 

Pressestimmen

Einladung und Abstoßung, Zugehörigkeit und Ausgrenzung - wenn Michael Köhlmeier mit Wir einen janusköpfigen Begriff befragt, nimmt er uns mit auf eine Gedankenreise angereichert mit Abschweifungen und Thesen, Lektüreerfahrungen und Kindheitsszenen.
[Quelle: Kristina Pfoser, Ö1 KULTURJOURNAL]

Der Essay Wenn ich wir sage ist eine voltenreiche Abhandlung über die vielen guten Gründe, warum Menschen zueinanderfinden (sollten).
[Quelle: DER STANDARD]

Wenn vom „Wir“ die Rede ist, sagt uns dieser wichtige Essay, dann geht’s um Dich.
[Quelle: Alexander Solloch, NDR KULTUR]

Es wäre nicht Köhlmeier, gäbe es nicht immer wieder lange und interessante Abschweifungen in alle Richtungen. Man erfährt dabei von seiner Verehrung für den US-Autor und -Philosophen Ralph Wado Emerson (1803-1882), begegnet Montaigne, Schopenhauer und Sokrates ebenso wie den drei kleinen Schweinchen. Man liest über eine entzückenden Anekdote, in der Isaiah und Irving Berlin sowie Winston Churchill die Hauptrollen spielen und von großen und kleinen Dramen in Köhlmeiers Familie(.) Dass Köhlmeier am Ende dem Wir der Heimat den Vorzug gegenüber jenem der Nation gibt, dürfte nicht überraschen.
[Quelle: Wolfgang Huber-Lang, APA]

Köhlmeier formuliert dieses Wir so (…): als alles, was nicht fremd ist. Das Wir wird somit erst sichtbar, wenn der Fremde auftaucht – wie eine Komplementärfarbe.
[Quelle: Brigitte Schwens-Harrant, DIE FURCHE]

Was meine ich, wenn ich Wir sage? Wie kommt ein Wir zustande? Michael Köhlmeier macht es sich mit der Beantwortung dieser Frage nicht leicht, er nähert sich dem Thema mit Abschweifungen und mit Blicken in Bücher, die sein Wir sind, wie er schreibt. (…) Köhlmeier blickt auch in die eigene Familiengeschichte, um die Bildung des Wir in der Familie zu ergründen. Und kein Weg führt an der Betrachtung der Sprache vorbei.
[Quelle: Anna Schneider, ADDENDUM]

Veranstaltungen
Lesung
Bildungshaus Schloss Puchberg, Puchberg 1, 4600 Wels

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

Coverabbildung von "Ned, dasi ned gean do warat"

Christine Nöstlinger Michael Köhlmeier (Vorwort) Gerald Votava (Nachwort) Barbara Waldschütz (Illustrationen) - Ned, dasi ned gean do warat

Gedichte

Tiefsinnig, rabenschwarz und voller lakonisch-heiterer Zwischentöne, so lesen sich die neuen Dialektgedichte von Christine Nöstlinger. Sie erzählen von Sorgen und Hoffnungen, von Bösartigkeiten und von dem Umgang mit dem Alter. Die arbeitsscheue „Jasmin vun da Vira-Schdiagn“ liegt ihrem Mann auf der Tasche, der „Westbaunhof-Rudl“ schaut sich jeden Tag die kleinen und großen Dramen des Lebens am Bahnsteig an, der stille Meia entfaltet nur vor seinem Goldfisch seine geheimen Gewaltfantasien – soll man deswegen die Polizei rufen? Die Lyrik aus dem Nachlass von Christine Nöstlinger schaut nuanciert vor allem dorthin, wo der Rand der Gesellschaft ist. Ein Muss für alle Freunde der Wiener Dialektdichtung und Nöstlinger-Fans.

Das könnte Sie auch interessieren

Coverabbildung von "Das Lachen der Täter: Breivik u.a."

Klaus Theweleit - Das Lachen der Täter: Breivik u.a.

Psychogramm der Tötungslust

Vom Lachen der Killer wird in zahlreichen Fällen berichtet, aber selten wird es in seiner zentralen Bedeutung gedeutet – so die provokante These dieses Psychogramms. In den „Männerphantasien“ wagte Theweleit erstmals eine Beschreibung des gewalttätigen faschistischen Mannes und seines innerlich fragmentierten, äußerlich aber gepanzerten Körpers. Auf diese bahnbrechende Theorie greift er nun zurück, um die brutalen Mordtaten zu untersuchen, mit denen uns die Aktualität täglich konfrontiert: Anders Breivik, der selbsternannte Tempelritter, der 67 Jugendliche auf der norwegischen Insel Utøya erschießt; die Killer des „Islamischen Staats“, die grausame Köpfungen im Internet ausstellen; fanatisierte Attentäter, die die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ hinrichten; Kindersoldaten, die im Genozid an der Tutsi-Bevölkerung in Ruanda gelernt haben, zu morden und zu vergewaltigen. Ihnen allen gemeinsam ist „das Lachen der Täter“, in dem sich eine Tötungslust offenbart, die die jeweilige politische Begründungssprache nur unzureichend verbergen kann.

Coverabbildung von "Unverfügbarkeit"

Hartmut Rosa - Unverfügbarkeit

Das zentrale Bestreben der Moderne gilt der Vergrößerung der eigenen Reichweite, des Zugriffs auf die Welt: Diese verfügbare Welt ist jedoch, so Hartmut Rosas brisante These, eine verstummte, mit ihr gibt es keinen Dialog mehr. Gegen diese fortschreitende Entfremdung zwischen Mensch und Welt setzt Rosa die „Resonanz“, als klingende, unberechenbare Beziehung mit einer nicht-verfügbaren Welt. Zur Resonanz kommt es, wenn wir uns auf Fremdes, Irritierendes einlassen, auf all das, was sich außerhalb unserer kontrollierenden Reichweite befindet. Das Ergebnis dieses Prozesses lässt sich nicht vorhersagen oder planen, daher eignet dem Ereignis der Resonanz immer auch ein Moment der Unverfügbarkeit.

Coverabbildung von "Kapitalismus, Märkte und Moral"

Ute Frevert - Kapitalismus, Märkte und Moral

Ausgehend von aktuellen Forderungen nach einem „moralischen Kapitalismus“ fragt Ute Frevert nach dem historischen Verhältnis von Kapitalismus und Moral. Verstand und versteht sich der Kapitalismus selber als „moralische Ökonomie“? Oder wurde ihm die Moral von außen verordnet, mit welchen Folgen? Moralische Interventionen, so die These, haben den Kapitalismus fortlaufend verändert – und sein Überleben gesichert. Ute Frevert spannt den Bogen von Robin Hood über Karl Marx bis zu Papst Franziskus und Bernie Sanders, von der Genossenschaftsbewegung über die Steuerprogression bis zu den französischen Gelbwesten. Moralische Gefühle – Empathie, Solidarität, Fairness, Gerechtigkeit – werden hier zur politischen Antriebskraft, die die kapitalistische Ordnung herausfordert und transformiert.