Titel

Martin Lechner - Kleine Kassa

Der Schlaueste ist Lehrling Georg Röhrs nicht. Doch er hat einen Traum: Liftboy in einem Hotel am Meer will er werden, mit seiner verschwundenen Jugendliebe Marlies den Nachtzug nehmen und aus der heimatlichen Enge fliehen. Als Georg über eine Leiche stolpert und unbeabsichtigt den Schwarzgeldkoffer seines Meisters entwendet, überstürzen sich die Ereignisse: An einem einzigen Wochenende verliert er Wohnung, Arbeit, Eltern, Freunde, Geld, Liebe und vielleicht ein Stückchen seines Verstandes – und doch steht am Ende dieser halsbrecherischen Jagd eine neue, ungeahnte Freiheit… Martin Lechner ist ein turbulentes, atemloses Romandebüt gelungen, das Provinzkomödie mit literarischer Virtuosität verbindet. Longlist Deutscher Buchpreis 2014

Erhältlich als

  • Hardcover
    2. Aufl.
    264 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701716227
    Erscheinungsdatum: 06.02.2014
    22,90 inkl. MwSt.
  • E-Book
    2. Aufl.
    264 Seiten
    Format: 125 x 205
    ISBN: 9783701744541
    Erscheinungsdatum: 06.02.2014

    Empfohlener Verkaufspreis
    12,99 inkl. MwSt.
Bestellen

Produktdetails

Autor
Martin Lechner

geboren 1974, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Seit 2005 zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften wie „Bella triste“, „manuskripte“ und „Edit“ sowie der Erzählungen „Bilder einer Heimfahrt“ (2005) und „Covering Onetti“ (2009). Sein erster Roman „Kleine Kassa“ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2014. Zuletzt erschienen: „Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen“ (2016).

Pressestimmen

Sein Roman ist höchst komisch und zugleich beklemmend, seine Sprache ist so eigenwillig wie eigenständig. Zahlreiche Neuschöpfungen von Wörtern unterwandern den kolloquialen Duktus. Die Unbedingtheit des Expressionismus trifft hier auf die blutrünstigen Kraftmeiereien des Splatter-Films, sadistische Phantasien verbinden sich mit lyrischen Passagen. Der Text hat Qualität und Tempo. Wir lesen atemlos.
[Quelle: Manfred Papst, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG]

Lechner hingegen scheint sich gegen die real existierende Sprachdürftigkeit aufzulehnen, indem er ihr das schiere Gegenteil entgegensetzt: einen mit Lust und voller Absicht überzeichneten Wortbarock.
[Quelle: Ina Hartwig, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG]

Hurra, es gibt sie noch: Reife Debüts von höchster sprachlicher Souveränität und mit starkem und überzeugendem Formwillen. (…) Mal expressionistische Prosa voller harter Kontraste, in der sich alles Gefühl materialisiert, mal absurdes Theater der Ausweglosigkeit, mal saftig-turbulente Krimikomödie im Helge-Schneider-Stil – und das alles stimmig ineinandergefügt und philosophisch grundiert: Frischer und tiefsinniger wurde die Coming-of-Age-Geschichte der großen Abnabelung lange nicht erzählt.
[Quelle: Oliver Jungen, FAZ]

„…ein grandios-schräges Debüt…“
[Quelle: David Hugendick, Wiebke Porombka, DIE ZEIT]

... Es ist aber auch eine Adoleszenz- und Heimatgeschichte, eine Provinzkomödie, eine Kleinstadtroadnovel, ein Krimi und manchmal fast ein Horrorroman. Lechner bedient sich beim Expressionismus, aber nicht beim „O Mensch“-Pathos, sondern bei einer so wild gezackten wie präzise bebilderten Schilderung von Ereignissen, in die wiederum Personen verwickelt sind, die sowohl an George-Grosz-Zeichnungen als auch an lustige Zeichentrickfilme erinnern. (…)
„Kleine Kassa“ ließe sich gut verfilmen. Schon jetzt sind die Menschen zu bedauern, die sich vorher nicht in Ruhe Martin Lechners Wortkino gewidmet haben.“
[Quelle: Judith von Sternburg, FRANKFURTER RUNDSCHAU]

… sprachlich ein hochartifizielles, anachronistisches Gebilde, das einen unglaublichen Flow entwickelt, ein Sprachwerk, das alles Elend in sich aufnimmt, ohne es unkenntlich zu machen. Mit »Kleine Kassa« hat Martin Lechner ein Roadmovie der speziellen Art geschaffen, das dem Leser einen assoziativen Spagat zwischen RTL II und dem 19. Jahrhundert abverlangt. Und es ist nur auf den ersten Blick erstaunlich, wie gut das funktioniert.
[Quelle: Andreas Böhme, JUNGE WELT]

... eine echte Wucht dieses Buch... jeder Satz hat die gespannte Aufmerksamkeit … besonderes Leseerlebnis … wunderschönster Slapstick…
[Quelle: Die Literatur-Agenten, Frank Meyer, RADIO EINS]

… ein ausgefeiltes literarische Debüt, ganz wunderbar erzählt … Szene für Szene – filmreif… Martin Lechner: Kann’s…
[Quelle: Hermann Barth, IN MÜNCHEN]

Denn über allem Wahnwitz steht der Wahnwitz der Sprache selbst, die so bisher noch nicht in der neuen deutschen Literatur vorkam.
[Quelle: summacumlaudeblog]

Mit dem Titel fängt er schon an, der halsbrecherische Spaß: Was, bitte, macht eine österreichische „Kassa“ in der niedersächsischen Heide?! (…) Aberwitzige story erfunden, einen Helden hineingestellt, den jeder ins Herz schließt und, am allerwichtigsten, das Ganze so trickreich erzählt, dass nicht nur ein weiterer Provinz- und Halbkrimi daraus wurde, sondern eine realitätssatte, intelligente Rätselhatz durchs norddeutsche Flachland. (…) Neben Held und Handlung ist es eindeutig die Sprache, die hier für Genuss sorgt, die originellen Beschreibungen, die atemlose Geläufigkeit, der rhythmische Sinn.
[Quelle: Gisela Trahms, CULTURMAG.DE]

Vorsicht, anschnallen: In seiner High-Speed-Provinzgroteske Kleine Kassa lässt Martin Lechner einen jungen Mann atemlos durch seine Heimatstadt hecheln – und zieht dabei alle Register für einen urkomischen, an Hollywood-Komödien erinnernden Debütroman.
[Quelle: Fabian Thomas, FIXPOETRY]

Lechner legt ordentlich Tempo vor. (…) ein schräges Roadmovie kreuz und quer durch eine vertraute Gegend.
[Quelle: ff, LANDESZEITUNG FÜR DIE LÜNEBURGER HEIDE]

Georg begegnet der Welt wie ein Bruder von Eichendorffs Taugenichts und Anselmus im „Goldnen Topf“ von E. T. A. Hoffmann.
[Quelle: Stefan Hochgesand, tip Berlin]

… ein temporeicher, bittersüßer und intelligenter Genre-Mix aus Abenteuerbuch, Krimi, Heimatgeschichte und philosophischem Roman. Man liest wie gebannt, fliegt quasi durch die Seiten, und am Ende kommt man ins Grübeln und stellt sich wichtigen Lebensfragen. Sehr schön!
[Quelle: buch-ticker.de]

Mit dem Buch beschert uns Lechner nicht nur einen Haufen Provinzbestialität sondern auch einen Romanerstling, der sich in seiner sprachlichen Virtuosität als ein glänzendes Stück Literatur entpuppt.
[Quelle: Tom Bresemann, LETTRÉTAGE BERLIN]

Ein atemloses Buch.
[Quelle: Barbara Mader, KURIER]

Das Erzähltempo, der mühelos elegante Schwung der Kleinen Kassa erinnert an die Marx Brothers, nur weniger harmlos. (…) Jedes Wort wurde einzeln gedacht, einzeln entschieden. Herausgekommen ist ein Buch, das mehr als nur Kopfschmerzen bereitet.
[Quelle: Inger-Maria Mahlke, dreizehn-magazin.de]

Furios …ein großes, wenn auch gelegentlich schmerzhaftes Vergnügen…
[Quelle: Joachim Feldmann, Am Erker]

Martin Lechner ist mit diesem Debütroman ein fulminanter Einstieg in die Gilde der Buchautoren gelungen.
[Quelle: Jürgen Kasten, Musenblätter]

Die Handlung dieses Romans schlägt permanent Salti, (…) Eine Provinzposse ohne Atem und mit einem sympathischen durch die Welt stolpernden Helden.
[Quelle: Elisabeth Dietz, BÜCHER Magazin]

Ein Roman der mich begeisterte weil: die Geschichte so abgefahren, so irrational und so witzig ist.
[Quelle: Marianne Mielke, RBB]

„Kleine Kassa“ ist ein skurriler Außenseiterroman, eine Geschwindigkeitsnovelle mit Mofa.
[Quelle: Renee Hamann, TAZ]

… spätestens nach diesem Roman weiß jeder, dass das Leben in der Provinz so hart ist wie ein Vorschlaghammer, Latthammer, Schlosserhammer, Treibhammer, Klauenhammer, Sickenhammer oder Schweifhammer. Hammerhart eben.
[Quelle: Sarah J., DASDEBUET.COM]

Martin Lechner türmt atemlos Satz auf Satz, beschreibungswütig, detailversessen.
[Quelle: Peter Kohl, Badische Neueste Nachrichten]





 

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen

Martin Lechner - Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen

Der Sprachvirtuose Martin Lechner zieht alle Register: ein raffiniertes Lesevergnügen! Wie Wellen sind diese Erzählungen zusammengefügt. Sie reichen sich Worte, Bilder oder Stimmungen weiter, fließen ineinander und stehen doch für sich. Es sind ebenso heimliche wie übermütige Texte. Sie handeln von verzweifelten Seen und Knien zum Verlieben, von dunkel erinnerten Filmen und blitzhaft erhellten Städten, von lautlos zerplatzenden Blut- blasen und längst verwischten Sommern. Sie alle sind in jenen Sprachregionen unterwegs, wo hinter jeder Ecke Neues und Unerwartetes lauert. Das geschieht mit Witz genauso wie mit Absurdität und immer mit Sätzen, die greifbar machen, was sich anders nicht begreifen lässt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kickboxen mit Lu

Roman Marchel - Kickboxen mit Lu

„Also, kein Sex, kein Gott, keine Träume“, sonst redet Lu über alles. Den Eltern erzählt sie, sie fahre in ein Trainingscamp, zwei Wochen Kickboxen. Stattdessen nimmt sie sich eine Auszeit, mietet sich ein in der Pension „Zur schönen Gegenwart“. Lu ist 16, Geschichte hat sie noch keine, keine richtige, aber reden kann sie, wie andere atmen. In der Pension trifft sie auf Tulpe Valentin, eine alte Schriftstellerin, acht Romane hat sie geschrieben, der letzte ist lange her. Sie glaubt, sie hätte ihr Leben hinter sich und auch das Schreiben. Die Auszeit, die sie und ihr kranker Pensionsnachbar sich nehmen, ist ein Warten auf den richtigen Moment aufzugeben. „Ein Treffer, den man kommen sieht, tut weniger weh.“ Aber dann kommt Lu und redet, und Tulpe Valentin hört zu und schreibt auf, ihren letzten Roman, weil sie erkennt, dass sie hier das Leben vor sich hat – ein anderes Leben, das weitergeht.

Der Winter tut den Fischen gut

Anna Weidenholzer - Der Winter tut den Fischen gut

Was haben Miranda July, Markus Werner und Wilhelm Genazino gemeinsam? Lesen Sie dieses Buch und Sie wissen es. Maria hat Zeit. So sitzt sie tagsüber oft auf einer Bank am Platz vor der Kirche, beobachtet das Treiben dort, ein Kommen und Gehen, Leute, die Ziele haben und wenig Zeit. Die arbeitslose Textilfachverkäuferin kennt sich mit Stoffen aus, weiß, was zueinander passt, was Schwächen kaschiert und Vorzüge betont. In ihrem Fall ist das schwieriger: Welcher Vorzug macht ihr Alter vergessen für einen Markt, der sie nicht braucht? Alt ist sie nicht, sie steht mitten im Leben, vielleicht nur nicht mit beiden Beinen. Aber ihr Leben läuft trotzdem rückwärts, an seinen Möglichkeiten, Träumen und Unfällen vorbei: Otto, der sein Leben im Gemüsefach lässt und dessen Grab ein Schneemann bewachen soll, Walter, den Elvis-Imitator von der traurigen Gestalt, der sie zur Ehefrau und zur Witwe macht, Eduard, dem sie ein Schnittmuster auf die Haut malt und der dann doch mit einer anderen aus der Stadt zurückkehrt, ihre kleinere Schwester, die sosehr Mutter ist, dass sie Maria wie ein Kind behandelt, ein Nacktschwimmer, der ihr das Herz eines Fisches schenkt ... In solchen Geschichten um solche Menschen, liebenswert in ihrer skurrilen Versponnenheit, entwirft Anna Weidenholzer behutsam und mit einem hellwachen Blick für das Absurde im Alltäglichen und das Alltägliche im Absurden ein Bild von einer Frau am Rande der Gesellschaft. Ja, sie zeigt vor allem, was das heißt: Der Rand der Gesellschaft ist immer noch mitten im Leben. Und davon ist dieses Buch voll wie selten eines. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2013.

Wasser atmen

Elisabeth Klar - Wasser atmen

Ein bilderreicher Roman, der uns ein großes Gefühl unserer Zeit hautnah spüren lässt: die Angst Wer ein Jahr in der Antarktis verbringt und die Polarnacht in einer Forschungsstation erträgt, muss Ausdauer und Entschlossenheit haben. So eine scheint Erika zu sein: Die renommierte Bioakustikerin lauscht den Walen, geht auf lange Tauchgänge, sucht beim Aikido die Herausforderung. Kaum jemand weiß, dass sie das alles tut, um eine lähmende Angst zu bekämpfen, die Angst vor einer Welt, die sie zu überwältigen droht. Und dann taucht die Musikwissenschaftlerin Judith, eine junge Frau voller Widersprüche, in Erikas Freundeskreis auf. Als die beiden sich annähern, ahnt Erika: Judith hat sich von jener Macht, gegen die Erika ankämpft, überschwemmen lassen. Vielleicht ist sie verrückt geworden, vielleicht hat sie aber auch einen Gegenzauber gefunden und sich gerettet …

Seite drucken