Titel

Peter Rosei - Geld!

Das Leben ist nur eine Chance, und Georg Asamer hat sie genützt: Er hat es zum Eigner einer höchst erfolgreichen Werbeagentur gebracht. Als er mit seinem Protegé Andy Sykora einen Nachfolger installiert, muss er erkennen, dass er alt geworden ist – die Geschäftsstrategien haben sich geändert. Auch Hans Falenbruck, eine Zufallsbekanntschaft von Sykora, Erbe eines Schweizer Pharmakonzerns, geht mit der Zeit: Er reist nach Wien, um von hier aus die Eroberung der Ostmärkte zu betreiben. Irma Wonisch wieder, Tochter aus gutem Haus, eine alte Liebe von Falenbruck, tut sich mit Tom Loschek zusammen. Der aufstrebende Broker weckt mit aparten Investitionsideen den Abenteurergeist, der sie alle verbindet ... Peter Rosei führt uns in die Brennkammer jener Welt, wo auf Umwegen und doch fast gesetzmäßig jenes Klima entsteht, in dem sich zerstörerische Wünsche mit himmelstürmenden Hoffnungen paaren. „Geld!“ ist ein lakonischpackendes Buch, ein scharfsinnigböses Puzzle mit komödiantischen Zügen.

Erhältlich als

  • Hardcover
    176 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701715718
    Erscheinungsdatum: 23.08.2011
    19,90 inkl. MwSt.
  • E-Book
    176 Seiten
    Format:125 x 205
    ISBN: 9783701742
    Erscheinungsdatum: 23.08.2011
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Produktdetails

Autor
Peter Rosei

geboren 1946 in Wien. 1968 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften. Seit 1972 lebt er als freier Schriftsteller in Wien und auf Reisen. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. Franz-Kafka-Preis 1993, Anton-Wildgans-Preis 1999, Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2007 und Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich 2016. Zuletzt erschienen: „Das große Töten“ (2009), „Geld!“ (2011), „Madame Stern“ (2013), „Die Globalisten“ (2014), „Wien Metropolis“ (Neuauflage 2016), „Die Wiener Dateien“ (5 Bande im Schuber, 2016), "Karst" (2018).

 

Pressestimmen

In Wahrheit hat Peter Rosei in diesem schmalen Meisterroman die Dämonen des Kapitalismus beschworen (...) Schenken Sie Ihrem Wirtschaftsprüfer diesen Roman!
DER STANDARD, Ronald Pohl

... die Art und Weise, in der es geschrieben ist, legitimiert sein neues Buch. Die absolute Komprimierung ist und bleibt Roseis Stärke. So treffen in „Geld!“ eine zum Knochengerüst reduzierte Handlung und eine pointillistische Schilderung der Figuren aufeinander. Der eigentliche Coup aber, den das Buch landet, besteht darin, dass es das gewählte Thema an den Horizont verschiebt. Keine Wirtschafts-Apokalypse treffen wir hier an, sondern einen Erklärungsversuch ihrer Vorbedingungen.
DIE PRESSE, Klaus Kastberger

Rosei führt seine Protagonisten ganz unspektakulär ein, beschreibt penibel ihre sozialen Herkunft-Milieus und die Motive ihres Handelns, verschränkt ihre Biografien kunstvoll miteinander und ergänzt sie um Nebenfiguren ...
APA

Ein formbewusster Autor wie Rosei, der mindestens so geschmeidig schreibt, wie seine Hauptfigur Geschäfte anbahnt, muss die Katastrophe nicht erst ausbuchstabieren, um ihren Schrecken zu zeigen.
PROFIL, Alexander Bartl

In knappen Zügen entwickelt Rosei ein großes Panorama vom Spiel des Geldes. (…) Roseis Roman kann als Lehrstück gelesen werden: über den Lauf des Geldes, die kapitalistische Zirkulation und vor allem über dessen verdinglichenden Auswirkungen auf die Menschen.
NEUES DEUTSCHLAND, Werner Jung

Roseis besondere Kunst besteht darin, die Widersprüchlichkeit dieser Figuren weder einzuebnen noch zu übertreiben. (…) Am zwingendsten gelingen Rosei in diesem Roman die Porträts der Aufsteiger. (…) Die subtilen Effekte beim Erklimmen der sozialen Leiter ebenso wie die nicht zu beseitigenden Spuren der früheren Verhältnisse werden in jedem Fall vorzüglich skizziert.
FALTER, Karl Duffek

… wunderbar schlackenlosen Sprache …
NZZ, Judith Leister

Peter Rosei betritt das Stolperland der Wirtschaft und sieht mit den Mitteln der Literatur Verhältnisse, die uns nüchterne Nachrichten verwehren.
SALZBURGER NACHRICHTEN, Anton Thuswaldner

Weitere Bücher des Autors / der Autorin

Das große Töten

Peter Rosei - Das große Töten

Eigentlich beginnt alles ganz harmlos. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Paul Wukitsch ist mit einer Intelligenz ausgestattet, die ihresgleichen sucht. Seine Mutter ermöglicht ihm ein Theologiestudium, doch Pauls Skepsis dem System Kirche gegenüber hat einige Verstöße und schließlich seinen Ausschluss aus dem Priesterseminar zur Folge … Auch Alexander Altmann macht eine abweichende Karriere. Er hat zwar reich geheiratet, doch als seine Frau Ulla Selbstmord begeht und damit einen Skandal heraufbeschwört, wendet sich das Blatt … Zwei Lebenswege, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Als diese Wege sich kreuzen, nimmt die Geschichte einen überraschenden Verlauf … Peter Rosei spannt den Bogen vom Beginn des 20. bis in das 21. Jahrhundert. Kaleidoskopartig angeordnet bilden seine Figuren ein dichtes Tableau spannungsreicher Verhältnisse. Lakonisch und doch mit der ihm eigenen Musikalität beschreibt Rosei die Wirkung eines übergeordneten Systems auf das Individuum und erzählt vom langsamen Heranreifen fantastischer und ganz und gar vorstellbarer Katastrophen.

Madame Stern

Peter Rosei - Madame Stern

Ein lustvolles Spiel um Eros, Macht und Geld. Gisela Stern hat es geschafft. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, hat sie in eine wohlhabende Familie eingeheiratet, sich eine Karriere in einer Bank erarbeitet und verkehrt in der sogenannten besseren Gesellschaft. Trotzdem bleibt eine ungewisse Sehnsucht, ein Gefühl der Deplatziertheit … Als ein gut aussehender, ehrgeiziger Mann in ihr Leben tritt, beginnt sich das Karussell der Macht zu drehen, die Verknüpfung von Politik und Begehren nimmt ihren Lauf … Meisterlich inszeniert Peter Rosei mit den Mitteln seines lakonischen Stils den Aufstieg und Fall einer Frau vor dem Hintergrund einer höchst korrupten Gesellschaft. Ein scharfsinniger und facettenreicher Roman.

Die Globalisten

Peter Rosei - Die Globalisten

„Wir versuchen doch alle nur, auf der goldenen Kugel zu tanzen, ganz egal, wie und wohin sie rollt“, meint der Schweizer Geschäftsmann Weill, Spezialist für Import/Export, im Wiener Café Imperial philosophisch zu seinem Partner Blaschky. Währenddessen fantasiert der abgehalfterte Dichter Josef Maria Wassertheurer am Brunnenmarkt über sein nächstes Meisterwerk und im fernen Sankt Petersburg erwartet ein geheimnisvoller Herr Tschernomyrdin den entscheidenden Anruf. Das kriminelle Netzwerk der Globalisten spannt sich von Zürich und Paris nach Bukarest und Moskau bis ins idyllische Salzkammergut. Mit leichter Hand hat Rosei ein Satyrspiel geschaffen, das die Wirklichkeit zur Deutlichkeit entstellt – so bösartig, dass es zum Lachen ist.

Wien Metropolis

Peter Rosei - Wien Metropolis

„Was du brauchen kannst, das nimmst du dir“: In Wien herrscht Goldgräberstimmung, der Zweite Weltkrieg ist vorbei, und verwegene Existenzen sind auf dem Sprung in ein neues Leben. In seinem fulminanten Auftakt zu den „Wiener Dateien“ spannt Peter Rosei den Bogen von der Nachkriegskorruption bis in die Villen der arrivierten Geschäftsleute der 80er Jahre. Kunstvoll verknüpft er die Lebensbahnen von Parvenüs und Lebemännern, Professoren und Politikern, Unternehmergattinnen und Erfolgsfrauen zu einem dichten Netz von Beziehungen, in dessen Mittelpunkt die Freunde Alfred und Georg stehen, das Wirtschaftswunderkind und der Anarchist. Ein atmosphärisch dichtes, lustvoll erzähltes Stück Prosa, Porträt einer Stadt, in der alles käuflich und nichts heilig ist …

Karst

Peter Rosei - Karst

Jana, ehrgeizige Tochter eines abgewirtschafteten Hoteliers aus der slowakischen Tatra, hat nichts als ihre Schönheit, um ihre Träume von einem besseren, aufregenderen Leben im reichen Westen zu verwirklichen. Sie begegnet dem Profiteur Gstettner, der von Wien aus seinen trüben Geschäften nachgeht – ob gefälschte Designermode oder verzweifelte Flüchtlinge, Gstettner handelt mit allem. Tone Kral, der Bauernsohn aus dem slowenischen Karst, der sich als Kellner und Gigolo durchschlägt, und der gealterte Wiener Theaterkritiker Kalman komplettieren das Quartett lebenshungriger Existenzen, die in der Grauzone zwischen alter und neuer politischer Ordnung versuchen, sich durchzulavieren.

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